Und wir fusionierten doch!

July 8, 2009 at 6:08 pm | In german only, nightlife gossip, silly thoughts, the usual blah | Leave a Comment

Endlich haben wir dieses alle Jahre wieder mühsame Fest hinter uns gebracht, diese kommerzielle Massenveranstaltung, so ganz ohne Herz und Seele. Aber irgendwie muss man da ja immer hin, so wie all die anderen 69′996 Menschen, bloss um sich davon zu überzeugen, wie schlecht heutzutage doch alles geworden ist. Diese Nähe auf dem Campingbereich und – Igitt – die liebenswerten Nachbarn machten uns auch in diesem Jahr wieder sehr zu schaffen. So viel Verständnis und Offenheit gehen einem halt schon enorm auf die Nieren.

Nach der einzig netten Begrüssung, so à la “Verpisst euch, haut doch ab hiaaaaa” , während der Suche nach einem geeigneten Plätzchen, konnte man schon voraussagen, dass uns an diesem Festival nichts Besseres mehr erwarten würde. Deprimiert und gelangweilt machten wir uns also ans Aufschlagen unserer Zelte, was uns erstaunlich leicht fiel. Fanden wir doch von Anfang an heraus, dass der kleine Plastikfetzen, der auch noch im Paket war, so etwas wie ein Regendach darstellte. So mussten wir uns tags drauf auch nicht bemühen, in prasselndem Regen eine Plastikfolie über das winzige Vorzelt zu werfen. Auf dem Gelände erwartete uns dann das übliche Programm: ekliges, teures Essen und laute, hämmernde Trommelmusik. Festivals an sich wären ja ganz gut, wenn die da bloss nicht immer so laute Musik spielten. Dann noch so viel verschiedene Stile. Wer soll sich da noch auskennen? So musste man dauernd von einer Tanzfläche zur anderen rennen, bloss, um nichts zu verpassen, was extrem stressig und schlecht für das Seelenleben ist! Und dann all die aufwärts-, rückwärts- und abwärts tanzenden Menschen, die auch noch sowas wie Freundenschreie von sich gaben – ja, wie soll man da noch in Ruhe seinen täglichen Spaziergang in der freien Natur hinter sich bringen? Dass da dann noch irgendwelche kreativen Köpfe zusätzlich noch so viel Dekoration und Kunst anbringen mussten, brachte das Fass zum überlaufen. All die Leuchtinstallationen im Zauberwald, die Hüttchen auf der Bachstelze und die Laser quer über den Platz – wir wollten nur noch nach Hause, wir waren dermassen verwirrt, nicht mal Alkohol oder Drogen konnten unsere Verzweiflung überdecken. Gottseidank hatten wir unterwegs keinen Wodka gekauft und noch gottseidanker kamen auch nie Hausierer auf unserem Zeltplatz vorbei, das wäre sonst noch richtig ausgeartet!

Was waren wir froh, als wir endlich wieder nach Hause (aka Berlin) fahren durften. So etwas Schreckliches wollen wir nie mehr erleben. Auch wenn wir in Berlin dauernd in der Ferienwohnung sassen und uns in keiner Sekunde dem Konsum von Luxusgütern hingaben, ja, völlig asketisch vor uns hinlebten, so schlimm wie auf der Fusion konnte nichts mehr werden.

Und hier noch ein paar erschütternde Zitate, aufgeschnappt in Lärz, Meck-Pomm:

  • “Hast du den Autismus erkannt?” (…….)
  • “Speed ist doch gar keine Droge, wohl eher ein Medikament” (ja, gegen übermässige Intelligenz und soziale Kompetenz)
  • “Ist Koks hier eigentlich billiger als in der Schweiz?” (ich hoffe nicht!)
  • “He, ich hab Teile mit MDMA” (Trifft sich gut, hab sowieso schon Kopfschmerzen)
  • “Zu geil, wir Mädels können hier im Stehen pinkeln, hörst du? Im STEH-EN pinkeln” (Fusionella FTW!)
  • “Kann man denn hier kein Fleisch kaufen?” (Nee, kann man nicht, ausser bei gewissen Nachbarn, die eine ganze Burg aufbauen und darin eine Parallelwelt ihrer Wohnungen errichten)
  • “Deine Augen sind voll Neon” (Zitat eines Zitats ;) )

(Und jetzt ma ernsthaft: Ich danke allen Mitfusionisten und Mitfusionistinnen und natürlich Herrmann, Heiri und Köbi für die absolut unverwechselbar geile Zeit. War ebenfalls wunderhübsch, neue Menschen kennenzulernen (Gell, AK) und auch noch ein, zwei Kontakte mit nach Hause zu nehmen, die unter Umständen zu ausserterminlichen Treffen an einem anderen Ort führen könnten. Auch wenn der Ort vielleicht nicht Kackstelze heisst und wir etwas weniger umnachtet und übernächtigt sein werden. Und wir fusionierten doch! ;) )

Nach der Fusion ist vor der Fusion

July 4, 2008 at 8:35 am | In german only, nightlife gossip, the usual blah | 1 Comment

Ja, sie taten es wieder. Das dynamische Trio wagte sich auch dieses Jahr hinaus ins Niemandsland, um die Ketten des Alltags abzulegen. Positiv war so einiges, insbesondere aber, dass die drei Musketiere Verstärkung durch Oski bekamen, dem guten, alten Volvo. Gut, das eine Musketier musste den Oski jeweils 12 Stunden durch Urwälder und Einöde treiben (220 km/h, anyone?) , von dessen Luxus profitierten schlussendlich aber alle. So verwandelten sich die Drei in blumiger und lauter Umgebung langsam aber sicher in lustige Partytierchen (manche trugen sogar Flügel), die auf ihren zahlreichen Streifzügen durch das Gelände ganz viel lustige Menschen trafen und ganz viel lustige Musik auf die Ohren bekamen. An dieser Stelle eine kleine Durchsage an alle DJs da draussen: Nein, es macht uns keinen Spass, wenn ihr den Bass rausdreht und dann völlig unerwartet, wenn man die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hat, zwischen zwei Schlägen wieder reinhaut. Das Publikum musikalisch so auszuhungern, dass es bei den kleinsten Tönchen ekstatisch reagiert, ist zwar grundsätzlich eine gute Idee, aber in der Praxis nicht umsetzbar! Wie auch immer, hier die restlichen gesammelten Erkenntnisse dieses turbulenten Wochenendes, denn leider leider ist die Zeit wieder einmal zu knapp, um alles in einen schönen Aufsatz zu packen ;-) :

Nervte und/oder amüsierte:

Unsere Nachbarn: Grün hinter den Ohren, zugeknallt mit Kisag-Stoff, verliessen sie nicht einmal (okay, ein einziges Mal) ihre Pavillonburg. Die netten Gesellen, die von ihren Papas Autos mit der Aufschrift “Abi 2008″ kriegten, entschieden sich nach einer Weile, statt ihre blöden Bemerkungen einfach nur zu SAGEN, diese zu SCHREIEN. Und nein, Judenwitze sind auch dort nicht lustig, das kann man mit keinem Zustand entschuldigen. Was mich persönlich wunderte war die Tatsache, warum sie nebst ihrem ganzen Müll nicht auch gleich wahlweise ihre Autos und kaputten Freunde auf dem Platz zurückliessen.

Die Busch-Pinkler: Dass die Klos wirklich in der Nähe waren, lassen wir hier mal unter den Tisch fallen. Anscheinend folgen gewisse Männer fast zwanghaft ihrem natürlichen Drang, ihr Geschäft ins Grün zu erledigen. Mal abgesehen von der entstandenen Geruchsbelästigung, von der man dann aber dank genügender Entfernung nicht viel mitbekam, sind gewisse Frauen nun um einige wichtige Erkenntnisse reicher: Sie wissen nun, mit welcher Technik nach abgeschlossenem Entsorgungsvorgang der beste Freund behandelt wird, um ihn dann (viel zu langsam!) wieder einpacken zu können. Naja, da blieben keine Wünsche mehr offen, das muss man hier ganz klar sagen.

Warentausch auf dem Zeltplatz: Statt blaue Stühle plötzlich schwarze zu besitzen, das ist doch mal was! Insbesondere dann, wenn die neuen Exemplare so viel teuer sind. Danke, Abi 2008 – retarded! ;)

RGKs (Rapsglanzkäfer): Sie gehen nicht nur auf gelb. Nein. Sie gehen auf weiss, hellgrün und orange. Sie stürzen sich Kamikazehaft in deinen Milchkaffee und wollen sich in deinen Augen oder deinem Mund schlafenlegen. Sie stellen sich tot, wenn man sie antippt und fliegen erst davon, wenn irgendwo was Attraktiveres (Gelberes, Grüneres) auftaucht. Nun ja, so hatte man wenigstens immer seinen Schwarm um sich.

Ri-Ra-Regenbogen: Was kann man hier schon sagen. Wie bestellt erstreckte sich ein 180° (gäll Päde)-Prachtstück von Regenbogen über den Fusionhimmel, was für ein Geschenk!

Zeltschnüre: Nicht zum Drüberstolpern gedacht!

Kaffeekenner: Lieber Nordländer, der du uns so prächtig und unfreiwillig am Kaffeestand unterhalten hast; es macht nichts, wenn ein Latte einmal 0.5 l Milch enthält, man darf ihn dennoch Latte nennen. Du kannst von Glück reden, dass die armen, überarbeiteten Standmitarbeiter zu schwach waren, dir das Gebräu über den Kopf ergiessen zu lassen. Ich hoffe du weisst, dass weisse Pülverchen sich nicht so gut mit Kaffee vertragen und hattest die Wirkung geniessen können.

Andi und Sara (h?): Ihr wart die besten Nachbarn, die man sich wünschen konnte! :)

Aufgeschnappt:
“Ich bin am achtüngsten” (und wir waren am lachendsten)
“Ich glaub, es zieht sich zu” (das glaubten wir auch immer)
“Hier gibt es ja gar kein Fleisch?!” (das gabs an der Fusion noch nie und wirds auch nieeee geben)
“Newton!!” (er schrie eigentlich “Fusion”, aber es war wirklich undeutlich)

Oft gesagt:

“Das war doch in den 80ern voll krebserregend!”
“Ich hab Hunger”
“Ich konnte nicht schlafen”
und folglich: “Ich bin müde”
“Schlafen war doch in den 80ern mal krebserregend?”
“Hastu ma ne Kippe?”
“Rauchen war doch in den 80ern noch nicht krebserregend?”
“Schau mal, ein Laser!” (immer nur von Weitem)
“Ist das Feuerwerk extra?”
“War nicht Feuerwerk in den 80ern krebserregend?”
“So guuuet!”
“Huere geil!”
“Ich geh ne Pizza holen”
“Pizza war doch in den 80ern krebserregend?”
“gibts in diesem Lied auch ne Melodie?”
“Standing in liiines! (gesungen) “
“Banana Balls = penis testicles”

Ri- Ra- Regenbogen

Ri- Ra- Regenbogen

Wasserwerk – einmal durch die Mangel

December 10, 2007 at 9:57 am | In german only, nightlife gossip, usual blah | 11 Comments

Im Berner Wasserwerk werden Musikstile neu erfunden, ob man das nun will oder nicht. Letzten Samstag an der Teki Latex’ Birthday Party drehten die Veranstalter Liebhaber des elektronischen Sounds durch die musikalische Mangel.

Mit der Erwartung, Electro hören zu dürfen, fielen wir also spätnachts ins Wasserwerk ein. War alles noch so wie vor ein paar Jahren, heiss und überfüllt, sanft renoviertes Industriegebäude mit anständiger Akustik. Soweit so gut. Bloss, dass uns der Private-Fiction-Progihouse gehörig auf den Senkel ging. Naja, mal etwas trinken, das kommt dann schon, man muss ja schliesslich offen und locker sein. Einen Blick auf den sehr betrunkenen DJ (der leider auch noch Geburtstag hatte) liess jedoch die Hoffnung auf Besserung stark sinken und weil man ja schon Ausgeh-Profi ist und somit auch eine gewisse Intuition für den Verlauf einer Fete entwickelt, kams genau so, wie man es sich in den schönsten Albträumen nicht ausgemalt hätte. Die Fangemeinschaft auf der Bühne vermochte nur kurz über den wahrlich unkreativen Musikgeschmack hinwegzutäuschen, den umso kreativeren “Mixstil” lassen wir hier einmal gütig unter den Tisch fallen. Ganz leise tauchten Erinnerungen an die erste Schulfete auf. Bloss ohne Aufregung und Verlegenheit, dafür aber mit vielen, betrunkenen, 20Jährigen Mackern. Ich kann nicht so genau sagen, wann genau es mit meinem Humor aufhörte. War es beim hyperaktiven Remix von Nenas “99 Luftballons” (inkl hochgepitchte Mickey Mouse-Stimme!) ? Oder doch bei Snoop Dogg?

Zugegeben, wir waren absolut falsch informiert, was das Konzept der Party anbelangte. “Alles, was man auf dem Dancefloor so hören will” verspricht ja nicht wirklich eine Sparte, sondern eher lustige Party-Knaller, die man “einfach wieder einmal hören muss”. Das Irritierende war dann schlussendlich aber gar nicht der schauerliche Mix von Dance-Klassikern und Justin Timberlake, sondern eher das kurze, aber äusserst verstörende Gespräch mit einem der Veranstalter. Er bejahte nämlich meine Frage, ob denn eigentlich nicht Electro laufen müsse. Ja, weiss der denn etwas nicht, was er so zusammenorganisiert? Er warf sogleich eine Gegenfrage in die Runde, was ich denn so unter Electro verstünde. Wild gestikulierend erklärte ich ihm etwas von wegen Breakdance und all den daraus folgenden Weiterentwicklungen wie Electro House oder Breakbeats undsoweiter. Arrogant, so wie er zu Beginn schon wirkte, antwortete er mir verheissungsvoll, dass das falsch sei. Ich musste leer schlucken. Offenbar wusste ich all die Jahre nicht, was Electro ist. Denn gemäss des charmfreien Organisators sei das “alles, was mit elektronischen Geräten erzeugt wurde”, will heissen von HipHop bis zu all den unentbehrlichen Geschichten wie Ace of Base und sogar Bonnie Tyler. Vielleicht sind das ja die kulturellen Unterschiede zwischen Bern und Zürich, aber wenn mich nicht alles täuscht, heisst das Partykonzept bei uns Fez und Electro ist ganz etwas anderes.

Also, lieber Herr “Ich krieg jedes Bunny ins Bett”, hiermit kläre ich sie hochoffiziell über den Begriff auf – und womit geht das besser als mit Tante Wikipedia?

Electro (Musikstil)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Mit Electro, manchmal auch Electro Funk oder seltener Electro Boogie, wird eine Variante der Elektronischen Tanzmusik bezeichnet, deren Hauptmerkmal die konsequente Verwendung elektronischer Musikinstrumente sowie eines typischen, funkigen tanzbaren Beats ist (besonders oft hergestellt mit dem berühmten Drumcomputer Roland TR-808, in neueren Tracks auch dem härter klingenden TR-909).

Electro als Musikstil ist nicht zu verwechseln mit der Sammelbezeichnung Electro, deren Unterarten sich unabhängig davon ab Ende der 80er Jahre im EBM- und Industrial-Umfeld entwickelten.

Electro wird in den USA generell in die Hip Hop-Szene eingeordnet, viele Tracks der Anfangszeit hatten Raps integriert. Die Musikrichtung war aber auch einer der Grundsteine für Richtungen wie Techno.

Wie man unschwer erkennen kann, wurde HipHop sehr wohl erwähnt, von Bonnie Tyler oder Axl Rose aber keine Spur, auch wenn deren Klänge auf einer Stromgitarre erzeugt wurden. Denn selbst wenn ich in der Zukunft in Zürich verkehre, wo ja angeblich nur Techno läuft, hätte ich darauf wetten sollen.

Bleibt nur noch anzumerken, dass wir grundsätzlich nichts gegen Klassiker haben. Auch an diesem Abend liefen teilweise Stücke, die man wirklich gerne mal wieder hörte. Allerdings gibt es auch bei dem Konzept des Erinnerns Spreu und Weizen, das man zu trennen wissen muss.

Fazit: Auch der Veranstalter sollte zwischendurch auf seine Flyer schauen.

Gentleman – oh, du deutscher Reggaegott!

October 25, 2007 at 9:29 am | In german only, nightlife gossip, the usual blah | 2 Comments

Er hat gestern den Sommer zurückgebracht mit seiner Honigstimme, einen in warme Gefilde befördert, Erinnerungen an lang vergangene Ferien in Jamaika geweckt und meiner Wenigkeit und deren Begleitung ein verzücktes Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Der Abend hielt, was er versprach, das Feuerzeug wurde geschwenkt, Babylon verbrannt, die Hände nach oben gerissen, passiv-gekifft, das verlorene und panikartig gesuchte Haschbröckchen unserer Nachbarn an gewissen Schuhsohlen wiedergefunden und auf das Ganze noch mit einem Bierchen angestossen. Durchschnittsalter 18? Egal. Denn mit unserem Gekreische und Gehample fiel die erst kürzlich erlangte Reife so gar nicht auf. Mädels, nehmt euch in Acht!

Feiern unter Sternen und Beton

August 27, 2007 at 12:57 pm | In beloved zoorich, nightlife gossip, silly thoughts | Leave a Comment

Wer gedacht hat, dass man bloss schlafende Landstreicher unter Autobahnbrücken findet, der hat sich vertan. Wer so richtig cool sein will (oder in Zürich-Sprache: Lääss) , der macht sich auf den Weg zu einer der zahlreichen illegalisierten Partys im Freien. Die Vorteile liegen auf der Hand, man gönnt den Lungen mehr oder weniger frische Luft (mal abgesehen von der Packung Kippen), bezahlt in den meisten Fällen keine Eintrittsgebühr, sieht den Sternenhimmel und merkt viel schneller als in einem der bösen Kellern, dass es aufgrund der immer extremer werdenden Helligkeit langsam Zeit wird, den Weg gen Hause einzuschlagen. Wie in jeder Lebenssituaion gibt es natürlich auch hier gewisse Kehrseiten. Man muss, das ist nun nicht übertrieben, erst einige Prüfungen bestehen, um an einen solchen Ort des Feierns zu gelangen. Man könnte diese kleinen Schikanen durchaus als Initiationsriten für die Erfüllung von erweiterten Partyansprüchen bezeichnen. Dass man überhaupt zu solch Informationen über ein Fest im Freien bekommt, rührt daher, dass man sich in irgendeiner Form a.) bei der richtigen Person angebiedert hat, oder b.) zufällig von einer der Eingeweihten gemocht wird, oder c.) eine Frau ist, und das mit überzeugend weiblichen Attributen. Das erinnert doch wieder unschön an diese Invite-Only-Feten und bedarf der Überwindung des eigenen Egos. Es sei denn, man erlangt diese Infos so oder so auf dem Internet, was in diesem Falle eher die Flyerverteilende Person etwas alt aussehen lässt. Diese Tatsache hinter sich gebracht, muss man den Standort bestimmen, den eigenen (will ich mich betrinken, oder nicht?) und auch den der Party. Gut möglich, dass es keinen Plan dazu gibt, und wenn, dann stimmt der mitnichten. Jedenfalls spürt man mit jedem hinter sich gebrachten Kilometer die Wichtigkeit des Versteckten und das Geheimnisumwobene einer illegalen Party immer mehr, abenteuerlich habens die Eingeweihten. Sollte man sich kurz vor dem Ziel befinden, aufgepasst: Es kann durchaus geschehen, dass die Zielgerade zum wohlverdienten Bier und zur muntermachenden Musik von einer Dorf-Chilbi versperrt wird. Da fragt man sich dann schon, wo die Organisatoren wohl noch überall die Finger drin haben. Ein OL für Erwachsene, der immerhin mit schöner Light-Show, leckeren Drinks und mehr oder auch weniger sympathischen Zeitgenossen belohnt wird. Eines wird sich jedoch nie ändern: Nur in der Gruppe fühlen sich Herr und Frau Zürcher wohl, sollte man solche Exemplare ohne Vorwarnung ansprechen, können Symptome beim Gegenüber auftreten, die entfernt an ein schüchternes Rehlein erinnern.

Fazit: Draussen feiern ist besser als drinnen..naja..

Fazit 2: Was der Zürcher nicht kennt, spricht er nicht an

Edit: Für alle Nicht-Schweizer: Chilbi = Kirmes = Jahrmarkt ;)

Kein rundes Funken in Zoorich

August 6, 2007 at 8:09 am | In beloved zoorich, feelings, german only, nightlife gossip | 6 Comments

Alle Jahre wieder verschlägt es ein bestimmtes Grüppchen von Freunden an die an sich herrliche Veranstaltung Rundfunk. Diese steht in diesem Jahr klar unter dem Stern “Schneller, grösser, und vor allem breiter”. Und so sehr meine Wenigkeit hinter diesem entzückenden Fest stehen kann, geben sich Oli und Konsorte doch solche Mühe um alles liebevoll herzurichten, konnte man deutlich feststellen, dass die grössere Fläche umso mehr Menschen anzog, an sich auch in vollster Ordnung, bloss dass es oftmals eher die ruppigere Sorte Mensch ist, die sich da tummelt. Man kann wirklich kein Verständnis dafür aufbringen, wenn man sieht, wie der gut situierte Zürcher und dessen weibliches Pendant zur Hochform auflaufen kann, wenn er/sie nicht binnen Sekunden das Kaltgetränk vor das verwöhnte Näschen serviert bekommt. Anstelle waltender Milde gegenüber der leicht gestressten Lage der Barmitarbeiterinnen, die zu dritt gegen ungefähr 200 Menschen antreten müssen, kehren sie ihre dunkelste Seite heraus, und machen das Leben der Mädels zur Mini-Hölle. Interessant daran ist ja, dass man so wieder einmal erkennen kann, dass wir einerseits tatsächlich nur für uns selbst schauen, wenn es hart auf hart kommt, sich andererseits die Gier der modernen Gesellschaft und deren Verhalten nicht unbedingt von den Neandertalern untscheidet. Wir sind einfach besser angezogen. Zumindest von unserem Blickwinkel her betrachtet. Man muss vielleicht gewisse Mitmenschen wieder einmal darauf aufmerksam machen, dass es uns einfach zu gut geht, wir folglich doch auch mal einige Minuten irgendwo auf unsere frisch erworbenen Güter warten können, kriegen tun wir sie ja so oder so problemlos. Ausserdem hat uns Mami doch schon erklärt, dass wir im Leben weiterkommen, wenn wir geduldig, offen und freundlich gesinnt sind. Ekstatisches Anbrüllen von Barpersonal, Augenverdrehen ob der Nachfrage der Bestellung,oder absichtliches mit Füssen treten der Mitwartenden kommen, so glaube ich zumindest, nicht im Erziehungsrepertoire unserer Mütter vor. Wobei man sich bei Letzterem durchaus nicht mehr so sicher sein kann.

So kehrt man abgekämpft und erhitzt zum vertrauten Grüppchen zurück, sich fragend, wann und vor allem WO genau das mit der Undankbarkeit und Unzufriedenheit in unserem sozialen Netz begonnen hat. Sicher, jeder hat mal einen schlechten Tag, es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass genau einige hundert Leute gleichzeitig ihre maulige Phase durchleben. Man könnte beinahe vermuten, man sei des vielen Socializens langsam überdrüssig und das vielseite Angebot von Vergnügungsorten zur Investition unseres Geldes mache uns nur noch verwirrt und trotzig. Es gibt natürlich Wege aus der Misere, man kann einerseits seine Empathie mal wieder aus der verstaubten Ecke holen und sie gegen das Ego eintauschen, oder einfach einmal die entzündeten Augen aufmachen und richtigen Freunden hallo sagen. Interessiert zu sein am Befinden anderer Menschen. Sich freuen, dass die Bäume grün bestrahlt werden und die Sterne doch noch eine Chance haben, mit ihnen um die Wette zu funkeln. Zu bemerken, dass der Drink trotzdem mundet, auch nach längerem Warten, weil man ihn in guter Gesellschaft konsumiert . Und einfach mal dankbar sein. AMEN.

Fazit: Lieber mit guten Freunden grillieren, als mit Unmut zu brillieren. Oder so.

Tanzen ist wie Schreiben..

July 22, 2007 at 6:03 pm | In beloved zoorich, german only, nightlife gossip | Leave a Comment

Es mach die Seele frei, lässt die Augen leuchten und die Mundwinkel hochziehen. Vor allem, wenn die Verschmelzung des Körpers mit der Musik für einmal nicht in so verkokst verkorkst-/verklemmtem Umfeld stattfindet. Es lohnte sich also durch und durch, wieder einmal den langen, beschwerlichen Weg in die gute alte und rote Fabrik hinter sich zu bringen. Mit der richtigen Vorarbeit, will heissen ein wenig Rum gegen die Kälte und den Regen, ein wenig Sudoku für das Hirn (ja, ich liess es mir beibringen!), und Lachen für die Seele, geht das auch ganz gut. Mit der Wärme der Erinnerung an frühere Clubbing-Zeiten im Bauch, betrat man also die vermalten aber würdevollen Räume und wurde nicht von gähnender Leere empfangen. Dafür von einem Haufen sympathischer junger und alter Mittänzer, aus allen Ecken der Szenen Zürichs, und von einer Musikanlage, die dunkel an illegale Parties erinnerte. Baseballcaps tanzten mit Seidenschals, Punkfrisur mit Hippiehaaren, Goth-Röcke mit Stöckelschuhen. Man wurde auch nicht argwöhnisch angeschaut, als die Frisur nicht mehr sitzte oder sich das eine oder andere Schweisströpfchen auf die hauseigene Stirn begab, auch nicht mal dann, als man sich zu später Stunde zu eher ungewöhnlichen, aber wundervoll spassigen Tanzmanövern hinreissen liess. Es tat gut, sich frei zu fühlen und die Arme in die Luft zu reissen und bemerken, dass eine Durchmischung der Ausgeh-Kulturen eben doch funktioniert. Allen Unkenrufen zum Trotz.

Fazit: Sudoku zur später Stunde macht fit für die nächste Runde. (keine Angst, das macht nun wirklich keinen Sinn)

Fusion 2007 – Spiel, Spass und Spannung

July 9, 2007 at 8:06 am | In feelings, german only, nightlife gossip | 2 Comments

Wir wurden vom Winde verweht, des Nächtens von der beissenden Kälte aus dem Zelt getrieben. Wir wurden sinnigerweise umzingelt von nicht gänzlich unbekannten, anderen Züri-Tierchen, die den Zeltplatz in eine Tummelwiese für partyhungrige Menschen verwandelten. Schlafen konnte man tatsächlich nur woanders, bloss nicht da, wo wir waren. Doch beinahe nichts von dem hat uns davon abgehalten, einzutauchen, in die Welt des Ferienkommunismus. Jedem wurde ein Lächeln geschenkt, und dieses gern zurückgegeben, niemals ruhte die Quelle der Musik, überall gab es was zu entdecken, ob dies nun neue Stile, Menschen oder Orte waren. Oder ganz einfach speziell durchgeknallte Zustände. Jedenfalls war es einfach anders. Anders als überall sonst.

Natürlich entstanden auch gewisse Ranglisten, die ich hier gerne zum Besten gebe.

Die meistbehandelten Themen

  1. WCs. Ich weiss, das klingt nun etwas eigenartig (oder seltsam, nicht wahr?). Aber wer in den Genuss des Dixie-Ganges (Meyers Pii, um genau zu sein ) an der Fusion kam, weiss, wovon ich spreche. Wie gerne zahlte man zwischendurch 50 Cent, um sich den Anblick der Abgründe der Menschheit ersparen zu können. Da informiert man halt auch gerne mal seine Freunde über den aktuellen Status der WC-Häuschen oder diskutierte über Reinlichkeit und dergleichen. Nicht, dass uns das unsere Freude am Fest genommen hatte. Es war einfach ein hochbrisantes Thema, welches in hochsensiblen Stimmungen umso mehr an Wichtigkeit gewann.
  2. Wetter. Es war aber auch garstig, zwischendurch. Deshalb wurden nur allzu häufig die Wolken analysiert, der noch blaue Himmel (ja, den gabs tatsächlich!) argwöhnisch betrachtet, oder wahlweise der Sonnenaufgang von einem Hangar aus mit Applaus begrüsst. Ja, wir waren dankbar, für jeden Sonnenstrahl, insbesondere beim Tanzen dazu.
  3. Nachbarn (oder auch Ketonia). Sie schmissen einen vor Freude zu Boden, liehen sich gerne mal eine Kippe oder einen Aschenbecher, brachten brav einen Schluck Jägermeister vorbei, suchten Rat in zweifelhaften Zuständen, stolperten regelmässig über unsere zahlreich gespannten Zeltschnüre und schliefen ganz, ganz selten. Da darf man sich doch mal kurz amüsieren. Wir waren ja auch die, die dau-ernd schliefen, oder!
  4. Essen. Davon gab es viel. Zwar vegetarisch, aber viel. Und gut. Und lächerlich günstig. Die Kälte und ausgedehnte Spaziergänge verursachten Bärenhunger, zu jeder Zeit. Somit wurde ungefähr alle drei Stunden jeder Stand ausgekostet, okay, vor allem der Pizzastand. Die Bedienung war auch zu charmant.
  5. Kleidung/Umziehen. Wieviel Jäckchen zieht man nun übereinander an? Kommt man noch durch den Schlamm mit den Turnschuhen? Kann ich mit den Wanderschuhen auch wirklich gut genug tanzen? Das waren sie, die wirklich wichtigen Fragen. Nun, nach ein, zwei Tagen wurde man ja einigermassen routiniert, was die Garderobe anbelangte und man rannte nicht mehr fünfmal zum Zelt, um sich umzuzuiehen. Und das war nun eine grosse, fette Lüge. Der Umziehrekord lag nämlich bei viermal an einem Tag. Und das war Sonntag.
  6. Viecher. Und die Rapsglanzkäfer mögen auch weiss. Das weiss ich jetzt.
  7. Schlafen. So gerne man wollte, man konnte einfach nicht. Da gab es verschiedenste Faktoren, von Kälte bis Reue war alles dabei. Und schlussendlich ging es auch so, zu schöner Musik zu tanzen und die Hände hoch oben in die Luft einzusetzen, wäre ja schade gewesen, alles zu verpennen!

Auch wenn ich mit Sicherheit sagen kann, dass noch mehr brisante Themen vorhanden waren, ist es mir in diesem Moment unmöglich, wieder alles auf den Plan zu rufen. Ergänzungen sind also jederzeit möglich und erwünscht.

Die beliebtesten Aussagen und Begriffe

  • da kommt bald die Sonne durch!
  • Ich muss schon wieder auf Toillette! (Jaja, die Zeit hatte teilweise Kaugummikonsistenz)
  • auffrischender Westwind
  • Ich geh Schoki kaufen
  • Ich hab ein Hüngerchen.
  • Ich muss meiner Luftmatratze eine Herzmassage verpassen. (Fragt nicht!)
  • Es ist geil mit euch!
  • Da kommt wieder eine Regenwolke
  • Achtung, Zeltschnur! Dies wurde dann mit der Zeit erweitert auf ein desillusioniertes: zeltschnuuuuuuuuuuuuuuuuhuuuuuuuuuur!!
  • Gehen wir käfelen?
  • Bin ich betrunken!
  • Awwww, so schön!
  • Ich muss schnell meine Trekkingschuhe anziehen.
  • Ich muss schnell meine Turnschuhe anziehen.
  • Ach, hätt ich bloss auch Gummistiefel.
  • Voll total!
  • Ich konnte schlafen, yayy!
  • Ich geh Pizza kaufen.

Fazit: Es war lustig, es war speziell und unvergleichlich. Ich werde es wieder tun, denn es tut gut, für einmal etwas Hippie zu sein.

Ein grosses Dankeschön nochmals, an alle beteiligten Kitschsiblings, ihr seid der Hammer! :)

Und hier noch ein paar Bildchen vom Gelände, bevor die Mucke startete:
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Tanzen oder nicht tanzen, ist das denn die Frage?

February 27, 2007 at 9:08 am | In german only, nightlife gossip | 2 Comments

Es ist wirklich himmlisch, auszugehen, sich auf einen innovativen DJ freuen (in diesem Falle Herr Koze), und in bester Gesellschaft die Arme und Hüften schlenkern, respektive kreisen zu lassen, mit den Füssen auf den schmutzigen Boden zu stampfen und die Mundwinkel so nach hinten zu ziehen, dass man alle Zähne sieht (auch bekannt als Lächeln). Theoretisch ja ganz einfach. In der Praxis kann es jedoch passieren, dass man beim Start jeder kleinsten Bewegung an deren Ausführung gehindert wird, weil gewisse Menschen offensichtlich die Definition „Tanzfläche“ partout nicht verstehen wollen. Das ist eine Fläche, worauf man tanzt. So einfach ist das. Wenn man das aus irgendwelchen Gründen nicht tun kann oder will, darf man sich auf eine der Sitzflächen begeben, oder sich in den äusseren Bereich stellen.

Eine kleine Typologie soll ein wenig Abhilfe schaffen, um eventuell den einen oder anderen Fallen aus dem Weg gehen zu können.

 

Die Tanzjungfrauen

Der gerechtere Ausdruck wäre wohl eher Jungmänner, sind die Frauen doch, Hand aufs Herz, in allen sozialen- und Altersschichten eher mit dem Tanz-Gen ausgestattet. Bezeichnend für diese Gattung Männchen sind die Hosen in den Kniekehlen (was schon ziemlich behindernd ist, rein tänzerisch betrachtet) und der leicht nervöse Blick, (O-Ton: wir sind zum ersten Mal an einer Minimal-Party!). Man rottet sich unter Seinesgleichen zusammen, und frönt dem Verlegenheits-Jointchen-Drehen. Die Konsumation dieser Tütchen wirkt sich leider sehr negativ auf dem Bewegungsapparat aus. Zu einer Wand zusammengeschlossen, scheinen sie sich mit herausgestellten Ellenbogen gegenseitig zu beschützen, wahrscheinlich vor all den furchteinflössenden Ausserirdischen, die sich an diesem neuartigen Ort befinden.

 

Die Schwanker

Allgemein bekannt: Alkohol macht locker und lässt einen leichter auf die Tanzfläche hüpfen. Diese Mitmenschen haben diese These allerdings ein wenig falsch verstanden und mischen das Kaltgetränk munter mit Cannabis und anderen schlimmen Mittelchen, über welche man nun besser allwissend schweigt. Derart übermotivierte Enthemmungsversuche können das körperliche (und auch seelische ) Gleichgewicht erheblich beeinträchtigen und zu unvorhersehbaren Schwankanfällen führen, mit dem klitzekleinen Nachteil dass diese Kandidaten solche nicht wahrnehmen, da sie durch den Mischkonsum sämtliche Emphatiefähigkeiten im Keime erstickt haben.

 

Die Grenzen-Austester

Dies ist die Erweiterung der oben genannten Spezies und dank eines mir liebsten Menschen haben sie auch einen passenden Namen. Man mutmasst, dass die zu kurze Gewöhnungsphase an die vielen Rauschmittel, die eine Nacht in Zürich so bietet, vor allem ganz junge Leute (meist Männer, so leid es mir tut) dazu verführt, sich wieder in ihre Säuglingsphase hineinzuversetzen und sich an alles, was weich und warm ist, ankuscheln, und dies an verschiedenste Orten und Personen. Ein Ende kann man dem meist nur mit einer anständigen Ohrfeige setzen.

 

Die konzentriert meditierenden

Sie meinen es gut, denn sie lieben die Musik. Ihr Alter ist im Gegensatz zu den Schwankern eher fortgeschritten, man geht nur noch in Clubs und ähnliche Lokalitäten, um Musik zu HÖREN. Trotzem muss man daran erinnern, dass die bekannte Fläche nun mal Tanzfläche genannt wurde, weil sie auch keine Hörfläche ist, es sei denn, man kombiniert es mit tänzerischen Bewegungen. Dass die Meditierenden auch noch die besten Plätze vor dem Dj und bei den guten Boxen für sich beanspruchen und mit halbgeschlossenen Augen den unendlichen Klängen lauschen, ist zwar logisch, aber trotzdem mühsam.

 

Die Bewegungsegoisten

Diese (meist weiblichen) Zeitgenossen tun das, was andere vermissen lassen. Sie tanzen. Das tun sie kunstvoll, ausgeklügelt, mit konzentriert-lässigem Gesichtsausdruck (man könnte ja jemandem positiv ins Auge springen, metaphorisch gesprochen), aber mit enormem Umschwung, sie sind sozusagen die Villen unter den Tanzhäusern, mit illegalem Gartenanbau (nein, versucht nicht, diesen eigenartigen Gedanken zu folgen). Lange Rede, kurzer Sinn: Sie tun alles für ihren Platz, zerquetschen Zehen, bohren spitzige Knochen in Rippen von Anderen, kitzeln armen Männern mit ihren fulminant gestylten Pferdeschwänzen die Nase (oder notfalls auch das ganze Gesicht) und sind kaum zu übersehen. Das wäre ja, sind wir doch tolerant, alles noch ganz okay, würden sie das Wort „Entschuldigung“ nicht bloss vom Hörensagen kennen.

 

Man kann diesen Erscheinungen entgegenwirken, indem sich jeder wieder einmal Zeit nimmt, sich auf das Wesentliche des Ausgehens zu besinnen, darauf, was eigentlich gesucht wird, wenn man sich in die dunklen Keller begibt. Es gibt nebst des Auslöschens der eigenen Lichtern und des Abschleppens von potenziellen Vergnügungspartnern auch noch einen anderen Weg der seelischen Befreiung: Das gute, alte Tanzen, so alt wie die Menschheit. Also Hände rauf und Lächeln drauf, auf das Gesichtchen.

 

AMEN.

Mariechen lebt!

February 23, 2007 at 10:30 am | In german only, nightlife gossip | Leave a Comment

Schon haben sich einige entspannt in ihren Sitzgelegenheiten zurückgelehnt und erleichtert ausgeatmet, von den vielen Partygängern Zoorichs, denn die Welt war plötzlich ruhig. Keine krächzende Stimmlage, keine herzhaft freundschaftlichen Schläge auf willkürlich ausgewählte Schultern, ganz zu schweigen von gemeingefährlichen Sprüngen von Treppen oder wahlweise auch Bühnen.

Wie das Leben halt so spielt, kommt es meist anders als man denkt, und als sich vor der Helvti an der ersten Feier von Marvin.fm ganz arglos auch die ersten Züritierchen versammelten, um sich den Auswüchsen der Invite-Only-Parties zu stellen, da konnte man schon leise vernehmen, dass sie sich anschleicht, die Dame der Nacht, die keine Kosten, und vor allem keine Hindernisse in Form von Feuerwasser scheut. Vielleicht lag das vor allem auch daran, dass sie schon leise kicherte, als sie sich die schon fast hysterisch anmutenden Stossgebete der Gäste gen Tührsteher anhören durfte, und sich wunderte ob der Entwicklung der Kreativität derjenigen Menschen, die vor den obligaten und roten Kordeln um ihr Leben, oder in diesem Falle um Einlass in heilige Hallen kämpfen müssen, um nicht ihre Ehre zu verlieren. Da werden neue Talente geboren! Leise glucksen musste sie auch, weil die Einlassprozedur doch (wieder einmal) viel einfacher abgefackelt hätte werden können, ist doch die Helvti schnell rappelvoll und sich dann zwangsläufig niemand mehr wirklich freiwillig reingequetscht hätte.

Hätte der Veranstalter gewusst, welch Kreatur sich dann in oben genannten Hallen herumtreiben würde, er hätte mit Sicherheit das Prickelwasser im Eiltempo weggeschlossen, das es da gratis (zwecks Stockentfernung) und wirklich überall gab, und das auch noch in Trinkgläsern von absolut unverantwortlicher Grösse. Und da war sie wieder,die kleine Marie, in alter „Frische“ und ganz und gar nicht leiser, laut Sprüche klopfend, und sämtliche Gedanken live und unzensiert aussprechend. Im Kreuzchenschritt (Ihr wisst, verdrehte Links-/Rechtsverteilung) und breitestem Grinsen hielt sie den Reichen und Schönen der Limmatstadt die Kamera so dicht an die Nase, dass diese wohl heute mit hübschen Erscheinungen vor den Augen aufwachten. Gottseidank konnte sie ihre Leidenschaft mit ihrer Begleitung teilen, ansonsten hätte sie ja keine Zeit gehabt, der breiten (oder eben auch nicht) Öffentlichkeit ihr Talent zum langgezogenen Aussprechen gewisser Konsonanten zum Besten zu geben und den Weg zum stillen Örtchen zu versperren, um den Mädels mit hämischem Grinsen zu beweisen, dass man mit meterhohen Stögis nun mal irgendwann stolpern muss, da dies ein mehrfach bewiesenes Naturgesetz ist.

Aber keine Angst, liebe Veranstalter, deren Sommerradiosendung wirklich verehrt wird, das meint sie nicht böse. Unser Mariechen liebt eure Musik und Ideen. Bloss kann sie es nicht lassen, jedes Klischee auszuleben, und von denen gibt es in unserer Lieblingsstadt doch so viele.

Fazit: Sich angeschickert in Klischees zu suhlen kann zu unerwarteten Kopfschmerzanfällen am Folgetag führen.

Und da ich zwar viele Fotos, aber nicht ganz so viele Erlaubnisse zur Veröffentlichung erhielt, hier zu Beginn mal was Unverfängliches (wie es nach der Photoshopsession aussieht, steht woanders geschrieben):

 

sexymadam_helvti.jpg

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