Les Jeux sont faits

July 31, 2008 at 8:05 am | In feelings, german only, silly thoughts | 4 Comments

Leider kommt hier nicht die erwartete Abhandlung über Sartre, liebe Freunde der Literatur. Schliesslich sind noch immer Sommerferien und das bedeutet für altbackene Schülerinnen in etwas das gleiche wie für deren jüngeren Vertreter. Es wird nichts gemacht, was die grauen Zellen in einem Übermasse anstrengt. Hier geht es um etwas ganz anderes: letzte Arbeitstage. Meist sind es gute Tage, deren Vorabende oft feuchtfröhlich in irgend einer der vielen Freiluftbars (oder wahlweise Stickluft im Winter) viel zu spät enden, an denen man schliesslich die Zielgerade entspannt und leicht debil bezwingen kann. Es gibt meist auch noch viel zu tun, haben sich doch in ein paar Jährchen Büro so einige Dinge angesammelt. Tupperware in der geschäftsinternen “Küche”, zumindest war es mal eine, Fellstiefel im Korpus, die man von Vorteil im Hochsommer nach Hause schafft (oder einfach auf die Strasse stellt), verfängliche Privatsachen löschen und weinerliche Verabschiedungsmails verschicken. Und ganz wichtig: Alle zwei Minuten auf Facebook auf “Home” klicken. Man weiss ja nie! Auch schön ist das Anreissen eines neuen und irrsinnig kreativen Projektes, dessen Tasks man dann in der letzten halben Stunde in einem Excel-Sheet an ein paar arme Mitarbeiter verschickt und gleich an sie delegiert. Schliesslich ist man ja bald weg. Hat man schlussendlich schweissgebadet ob des ganzen Endspurtes den ersehnten Feierabend erreicht, stiehlt man sich mit einem ausgewählten Kreis von Schon-fast-Ex-Mitarbeitern aus dem Büro, um ganz viel Bier gegen den Trennungschmerz zu konsumieren. Das Leben ist schön!

Fazit: So lasset uns trinken auf all das Neue und vergangene Alte!

blog.noonee.net, new and improved!

July 29, 2008 at 7:03 am | In feelings, german only, the usual blah | 1 Comment

Mein Herzchen hüpft! Der lieblichste Blog, seit es diese gibt (und diesen gibt es eigentlich schon sehr sehr lange), ist wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwacht! Freut euch auf frische Berichterstattungen und wundervolle Aus- und neue Durchblicke. Wir sind gespannt, Mariechen und ich. ;)

Wohnst du schon? Oder stehst du noch irgendwo an?

July 18, 2008 at 10:59 am | In beloved zoorich, feelings, german only | 1 Comment

Anstehen – jetzt auch um die Ecke

Es ist schon deprimierend, solche Szenen anzutreffen. In Zürich hat man dieser Tage offenbar wirklich bessere Aussichten auf einen Lottgewinn als auf eine preisgünstige Familienwohnung (nein, es ist kein Nachwuchs unterwegs bei mir, um gleich allfällige Gerüchte im Keim zu ersticken ;) ). Die neuste und wahnsinnig freundliche Empfehlung der Stadt Zürich, dass man sich doch einfach etwas auf dem Land suchen solle, hilft auch nicht weiter. Müsste man doch nach Hinterwald umziehen um wirklich Miete zu sparen, und diese Differenz gibt man dann schön für Benzinkosten aus. Mal ganz abgesehen von den familiären Mühen, die da noch auf einen zukämen.

Es ist wirklich kein Gerücht mehr, dass unser schönes Städtchen mehr und mehr nur noch für gut Betuchte erschwinglich wird. Und die ziehen dann einzeln in wunderschön renovierte, dreitausendfränkige Vierzimmerwohnungen mit Dachterrasse, eingebauter Waschmaschine und Cheminée. Na dann gute Nacht.

Unsägliche Titel

September 20, 2007 at 6:48 am | In feelings, german only, news - weird, silly thoughts, the usual blah | 1 Comment

Liebe Tageszeitungen, es liegt auf der Hand, dass man heutzutage wohl etwas reisserischer sein muss, um im harten Tagesgeschäft die müden Blicke der morgendlichen Leser vorwiegend auf die eigenen Zeilen zu ziehen. Allerdings existieren auch da Grenzen. “Viel Arbeit für die Dignitas” überschreitet diese, auch wenn die Aussage wahrscheinlich seine Richtigkeit hat. Nicht ganz sicher, ob dies an der eigenen Dünnhäutigkeit oder an der eher empfindsamen Tageszeit lag, schreckte ich empört zurück und es beschlich mich das Gefühl, dass man den Bericht auch etwas sensibler hätte formulieren können. Schliesslich geht es um den kalkulierten Freitod, was meiner Meinung nach einer gewisse Intimität verlangt.

Fazit: Man liest nicht weiter, weil man vor lauter Nasenrümpfen nix mehr sieht.

In diesem Sinne einen schönen Tag, mit viel Arbeit.

25 Jahre Smilie!

September 19, 2007 at 1:21 pm | In feelings, german only, news - weird, silly thoughts, the usual blah | Leave a Comment

Ach, wie entzückend, was man auf diesem schaurig pinken Blog heute entdecken durfte. Unsere besten Freunde, die Smilies, haben ein viertel Jahrhundert auf dem Buckel. Pipifax? Nein, denn wenn man das aus dem soziologischen Aspekt betrachtet, haben die Strich-/Punkt-Kombinationen unser Leben verändert. Früher gab es noch Missverständnisse, wenn man schriftlich miteinander verkehrte, stundenlang musste man darüber rätseln, ob die Aussage des anderen nun böse gemeint war, oder doch nur ironisch, ob das Gegenüber nun amüsiert ist ob den eigenen Geschichten, oder gar gelangweilt. Heutzutage ist das wirklich einfach, man fügt einfach noch das passende Gezwinker oder Gelächter ein und schon hat man das gute Gewissen, dass die Gefühle richtig ankommen.

Die Smilies polarisieren aber auch. Böse Zungen behaupten, die Geburt der kleinen Freunde hätten für immer unser Gespür für Situationen und die Sprache gelöscht. Natürlich muss man sparsam damit umgehen und dabei beachten, dass reine Smilie-Kombos nicht zwingend aussagekräftig sein müssen, und schon gar nicht für Intellekt stehen. Deshalb darf man ruhig auch Verständnis zeigen für jene, die diese Errungenschaft unsexy und daneben finden. Klar, es gibt auch genug Mitmenschen, die sie allerliebsten dann benutzen, wenn sie kritisieren oder sonst unangenehme Nachrichten überbringen müssen, um somit das Gesagte etwas zu relativieren. Das geht natürlich nicht. Schliesslich ist das keine Ersatzsprache. Es ist doch wie bei einem guten Essen: das versalzen wir grundsätzlich nicht. Wer also seiner eigenen Sprache noch einigermassen mächtig ist und fähig, seine Gefühle auszudrücken, darf schliesslich auch mal ein Lächeln anhängen. Oder nicht? ;)

Geschätzte Autofahrer

September 13, 2007 at 6:54 am | In beloved zoorich, feelings, silly thoughts | 5 Comments

Liebe Freunde der motorisierten Fortbewegung,

Diese gelben Streifen, die an vielen Orten so kunstvoll über die Strasse gemalt wurden, dienen alleine dem Zweck der Orientierung, sie sind weder dafür gedacht, darauf die Fahrt zu beschleunigen, noch exakt darauf anzuhalten. Also nochmals zum Mitschreiben: Befindet sich eine (aufmerksame) Person unmittelbar vor dem sogenannten Zebrastreifen oder bewegt sich in abschätzbarem Tempo darauf zu, ist es nicht gedacht, dass der Autofahrer just in diesem Moment beschleunigt, um dann zehn Zentimeter vor den Beinen des Opfers einen Stop zu reissen. Auch ist es nicht konform, dabei noch ein irritiertes Gesicht zu ziehen. Dies kann man dann ruhig der Person überlassen, die wegen euch gerade eine Nahtoderfahrung machte.

Falls ihr euch morgens im Auto so fühlt, als würdet ihr euch durch das erste Level eines Computerspiels kämpfen und alle Hindernisse zwecks Punktesteigerung umfahren möchtet, dann meine Freunde, gehört ihr definitiv zu der Gruppe Menschen, deren Zurechnungsfähigkeit sich erst mit fortschreitender Tageszeit auf ein anständiges Niveau begibt. Das ist natürlich in Ordnung, zu denen gehören viele. Aber dann sollte man das Fahrzeug lieber auch noch ein wenig ausschlafen lassen.

Fazit: Es gibt einen Grund, weshalb ich ÖVs mag.

Fotografiere dich selbst!

August 28, 2007 at 8:36 am | In beloved zoorich, feelings, german only, news - weird, the usual blah | Leave a Comment

Ah, welch nostalgisches Gefühl empfindet man beim Lesen des Artikels über den Künstler Willi Kraft, der für die Nachwelt einen dieser alten Schwarzweiss-Fotoautomaten gerettet und aufgemöbelt hat. Wer liebte sie nicht, diese Flirt- und Cliquentreffpunkte? Das Austauschen der kleinen Fotos auf dem Pausenplatz und das Ergattern von Götzenbildern des neusten Schwarms? Es ist noch gar nicht so lange her, da durften gewisse Leute in Berlin das Gefühl des Zusammenquetschens vor einer solchen Linse wieder aufleben lassen. Erste Erkenntnis: Es war früher weitaus einfacher, sich zu dritt auf ein solches Foto zu platzieren, ohne dass von einer Person nur noch die Nasenhaare oder die gebleckten Zähne zu sehen waren. Zweite Erkenntnis: Man sieht auf diesen Bildchen für einen Franken, wenn man es dann drauf geschafft hat, einfach nach wie vor am besten aus. Samtene Haut, glänzende Augen und Haare, absolut weisse Zähne und ein Strahlen, das jeden Filmstar dagegen blass aussehen lässt. Dieser Tage, in denen der Verbrecherstatus des Motivs proportional zu Fotoqualität und Preis zuzunehmen scheint, könnte man doch so vereinzelte Kästen an etwas versteckteren Orten stehen lassen, damit man sich, geschockt von der nackten, augenberingten und gefleckten Wahrheit seines Aussehens, zwischendurch einen Egobooster verpassen könnte.

Streetparade – ertränkt und abgefüllt

August 13, 2007 at 8:14 am | In beloved zoorich, feelings, german only | 1 Comment

Nein, das wird nun keine Abhandlung über die Vor- und Nachteile der Strassenparade. Auch nicht darüber, ob es nun lohnenswert wäre, sie Stadtseitig zu finanzieren oder sie mit Pauken,Trompeten und Drum-Maschine untergehen zu lassen. Es stellt sich hier nicht die Frage, ob diese Stulpen aus Fell und anderen hübschen Materialien nun endlich gemeinsam mit den Netzstrümpfen aussterben sollten. Die Kreativität war auch dieses genau so ausgeprägt wie der schlechte Geschmack, und es ging ja nie darum, an der Strassenparade wie ein hochbezahltes Model auszusehen, wohl eher wie unbezahlte Künstler. Aufgefallen sind weder die Hobby-Kostüm-Künstler, noch die polytoxischen Zeitgenossen, sondern die Mitmenschen, die den Bierständen und zahlreichen Bars zum Opfer fielen. Nun ja, eigentlich war die Opfer/Täter-Verteilung doch eher umgekehrt. Dem Alkohol entwachsen die ungewöhnlichsten Blüten, manche Menschen schlagen wild um sich und liegen dann sabbernd darnieder, andere werden urplötzlich zu Goliath und wollen all die kleinen Davidchen verprügeln. Noch andere – und das ist erschütternd – haben nun ein Menschenleben auf dem Gewissen.

Die Erkenntnisse sind so banal, wie sie sich auch jedes Jahr wiederholen: Das Motto der Parade- immer auffindbar im Bereich von Sonne, Liebe, Würde, Respekt und Toleranz – überlebt wohl nur noch in wenigen Leuten und als leuchtende Schrift auf dem offiziellen Programmheftchen. Die gute Kehrseite der Medaille war , und das darf man hier nun nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, dass man selbst einfach nur stundenlang, mit einem breiten Grinsen und lieben Freunden vor sich hin tanzen konnte. Und wenigstens selbst noch wusste, warum man sich denn nun ins Getümmel stürzte.

Fazit: In den Herzen spielt die Musik

Zürcher Regenreigen

August 8, 2007 at 12:04 pm | In beloved zoorich, feelings, german only, silly thoughts | Leave a Comment

Die Tropfen trommeln den Takt zum Einläuten des jungen Tages, die grauen Böden glänzen vom Auffangen des Regens wie Silber, das sich seine Form verändern kann und Ringe zaubert. Die Scheiben beschlagen – nur undeutlich erblickt man ein vorbeiziehendes farbiges Ballet von Regenschirmen, sich drehend, improvisiert und doch perfekt in der Choreographie, es wird sich auflösen, und später wieder neu zusammfügen. Es ist still, alle sind noch müde und lauschen andächtig dem Rauschen des Windes und dem leisen Donnern der Tramgeleise, niemand bemerkt, wie sich die Sihl zum reissenden Fluss entwickelt und die Bäume sich im Regen wiegen, mit ihrem satten Grün den einzigen Farbfleck im grauen Asphalt Zürich bildend. Man sehnt sich nach drinnen, und das einzige, das an den Sommer erinnert, ist der Geruch von warmen Strassen und der Anblick von vereinzelten, braungebrannten Mitmenschen, und Damen, die auf Zehenspitzen durch Pfützen waten, weil sie sich nicht von ihren Schühchen trennen wollten.

Zwar kann man sich darüber beschweren, nicht draussen sein zu können, heute Abend. Tief im Innersten ist es doch auch angenehm, sich mal zu verkriechen, ohne ein schmerzendes Gewissen, oder mit dem nagenden Gedanken, was zu verpassen. Die Sonne wird bald wieder erstrahlen und der Regen ist vergessen…

Kein rundes Funken in Zoorich

August 6, 2007 at 8:09 am | In beloved zoorich, feelings, german only, nightlife gossip | 6 Comments

Alle Jahre wieder verschlägt es ein bestimmtes Grüppchen von Freunden an die an sich herrliche Veranstaltung Rundfunk. Diese steht in diesem Jahr klar unter dem Stern “Schneller, grösser, und vor allem breiter”. Und so sehr meine Wenigkeit hinter diesem entzückenden Fest stehen kann, geben sich Oli und Konsorte doch solche Mühe um alles liebevoll herzurichten, konnte man deutlich feststellen, dass die grössere Fläche umso mehr Menschen anzog, an sich auch in vollster Ordnung, bloss dass es oftmals eher die ruppigere Sorte Mensch ist, die sich da tummelt. Man kann wirklich kein Verständnis dafür aufbringen, wenn man sieht, wie der gut situierte Zürcher und dessen weibliches Pendant zur Hochform auflaufen kann, wenn er/sie nicht binnen Sekunden das Kaltgetränk vor das verwöhnte Näschen serviert bekommt. Anstelle waltender Milde gegenüber der leicht gestressten Lage der Barmitarbeiterinnen, die zu dritt gegen ungefähr 200 Menschen antreten müssen, kehren sie ihre dunkelste Seite heraus, und machen das Leben der Mädels zur Mini-Hölle. Interessant daran ist ja, dass man so wieder einmal erkennen kann, dass wir einerseits tatsächlich nur für uns selbst schauen, wenn es hart auf hart kommt, sich andererseits die Gier der modernen Gesellschaft und deren Verhalten nicht unbedingt von den Neandertalern untscheidet. Wir sind einfach besser angezogen. Zumindest von unserem Blickwinkel her betrachtet. Man muss vielleicht gewisse Mitmenschen wieder einmal darauf aufmerksam machen, dass es uns einfach zu gut geht, wir folglich doch auch mal einige Minuten irgendwo auf unsere frisch erworbenen Güter warten können, kriegen tun wir sie ja so oder so problemlos. Ausserdem hat uns Mami doch schon erklärt, dass wir im Leben weiterkommen, wenn wir geduldig, offen und freundlich gesinnt sind. Ekstatisches Anbrüllen von Barpersonal, Augenverdrehen ob der Nachfrage der Bestellung,oder absichtliches mit Füssen treten der Mitwartenden kommen, so glaube ich zumindest, nicht im Erziehungsrepertoire unserer Mütter vor. Wobei man sich bei Letzterem durchaus nicht mehr so sicher sein kann.

So kehrt man abgekämpft und erhitzt zum vertrauten Grüppchen zurück, sich fragend, wann und vor allem WO genau das mit der Undankbarkeit und Unzufriedenheit in unserem sozialen Netz begonnen hat. Sicher, jeder hat mal einen schlechten Tag, es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass genau einige hundert Leute gleichzeitig ihre maulige Phase durchleben. Man könnte beinahe vermuten, man sei des vielen Socializens langsam überdrüssig und das vielseite Angebot von Vergnügungsorten zur Investition unseres Geldes mache uns nur noch verwirrt und trotzig. Es gibt natürlich Wege aus der Misere, man kann einerseits seine Empathie mal wieder aus der verstaubten Ecke holen und sie gegen das Ego eintauschen, oder einfach einmal die entzündeten Augen aufmachen und richtigen Freunden hallo sagen. Interessiert zu sein am Befinden anderer Menschen. Sich freuen, dass die Bäume grün bestrahlt werden und die Sterne doch noch eine Chance haben, mit ihnen um die Wette zu funkeln. Zu bemerken, dass der Drink trotzdem mundet, auch nach längerem Warten, weil man ihn in guter Gesellschaft konsumiert . Und einfach mal dankbar sein. AMEN.

Fazit: Lieber mit guten Freunden grillieren, als mit Unmut zu brillieren. Oder so.

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