Mühsam!

October 7, 2008 at 7:51 pm | In beloved zoorich, german only, silly thoughts | 1 Comment

Die Welt geht vor die Hunde, finanziell sowie auch sozial. Hunger, Krisen und Anschläge füllen unsere Tageszeitungen, man hat das Gefühl, dass einen nichts mehr umhauen kann. Und dann das: wir Zürcher haben Probleme. Richtig grosse Probleme. Gemäss einem Blättchen, dass man gerne mal auf dem Nachhauseweg anschaut (!), sollen sich jeden Tag am Bahnhof Stadelhofen tragische Szenen abspielen. Es stehen nämlich täglich mindestens drei Leute auf einmal vor dem Postomat an. Man muss also mindestens fünf Minuten seiner kostbaren Zeit verschwenden, um an sein liebes Geld zu kommen! Das kommt in Zürich sonst nirgends vor, besonders nicht vor den ZKB-Automaten. Man muss was unternehmen, ganz klar. Den Anfang machte das Blättchen selbst, indem es uns brisanterweise den geheimen, zweiten Postomaten verriet, im unterirdischen Bereich des Bahnhofes. Aber den Weg dahin finden die Menschen nicht, sind sie doch so im Stress! Ich würde ihnen wärmstens empfehlen, mal an einem Samstagnachmittag  zu versuchen, so schätzungsweise um vierzehn Uhr, im Hauptbahnhof oder an der Bahnhofstrasse innert zehn Minuten Geld zu beziehen. So würden sie sich genügend Nervenstärke antrainieren, um beim nächsten Besuch des bestimmten Postomaten nur noch müde zu gähnen.

Beim Lesen dieses Berichtes fiel mir wieder auf, was das grösste gesellschaftliche Problem der Zürcher (und das der Journies) zu sein scheint: Langeweile. Oder wollte man bloss die Praktikantin quälen? Wir wissen es nicht. Ich wünsche der SBB und der Postfinance jedenfalls weiterhin viel Erfolg für ihre Verhandlungen.

Wohnst du schon? Oder stehst du noch irgendwo an?

July 18, 2008 at 10:59 am | In beloved zoorich, feelings, german only | 1 Comment

Anstehen – jetzt auch um die Ecke

Es ist schon deprimierend, solche Szenen anzutreffen. In Zürich hat man dieser Tage offenbar wirklich bessere Aussichten auf einen Lottgewinn als auf eine preisgünstige Familienwohnung (nein, es ist kein Nachwuchs unterwegs bei mir, um gleich allfällige Gerüchte im Keim zu ersticken ;) ). Die neuste und wahnsinnig freundliche Empfehlung der Stadt Zürich, dass man sich doch einfach etwas auf dem Land suchen solle, hilft auch nicht weiter. Müsste man doch nach Hinterwald umziehen um wirklich Miete zu sparen, und diese Differenz gibt man dann schön für Benzinkosten aus. Mal ganz abgesehen von den familiären Mühen, die da noch auf einen zukämen.

Es ist wirklich kein Gerücht mehr, dass unser schönes Städtchen mehr und mehr nur noch für gut Betuchte erschwinglich wird. Und die ziehen dann einzeln in wunderschön renovierte, dreitausendfränkige Vierzimmerwohnungen mit Dachterrasse, eingebauter Waschmaschine und Cheminée. Na dann gute Nacht.

Zürich – ganz normal

July 11, 2008 at 10:47 am | In beloved zoorich, german only | 1 Comment

Wohnst du schon, oder stehst du noch irgendwo an? ;)

Jill Scott – Gott?

November 29, 2007 at 10:53 pm | In beloved zoorich, german only, the usual blah | Leave a Comment

Erst liess man sich berieseln mit funky Sounds, vielleicht unbekannt, da man das neueste Album zuvor noch nicht gehört hatte, langsam wippte man mit, noch etwas gehemmt und auf leisen Sohlen, und doch voller Erwartung. Sie lächelte ihr breites Lächeln, das einen sofort mitriss und zwang, es ihr gleich zu tun. Man merkte, dass ihr Talent die Poesie ist, ganz fein und unaufdringlich webte sie ihre Geschichten zwischen die Lieder, wie ein goldener Faden durch Samt, lasziv, zum Bersten sexy und doch ganz mädchenhaft. Langsam übernahm ihre Stimme die Macht über einen, mal ganz leise und tief, dann wieder hoch, wie der erste morgendliche Sonnenstrahl, der sich golden und hell durch die Wolken kämpft. Gerne liess man die Gänsehaut über den Körper rieseln, man selbst wurde ihre Stimme, ihre Musik, ihr Lachen. Immer wieder tauchten persönliche Favoriten auf: A Long Walk, und man spazierte mit, oh ja, mit Tränen in den Augen. Die Stimmung stieg auf den Siedepunkt, sogar die Zürcher Tierchen vergassen ihre Zurückhaltung für einmal und bewegten sich alle in ihrem eigenen Rhythmus, tobten, oder schlossen die Augen. Whatever. Sie durfte nicht aufhören, man rief sie zurück, um ihre Honigstimme noch einmal zu hören. Yeah, It’s Love, man glaubte schon gar nicht mehr daran, aber es erklang, die Menge bildete eine wogende Welle und das Herz schlug höher. Ob es wohl noch käme, das Lied, das man sich insgeheim wünschte? He Loves Me, schmerzhaft in die Länge gezogen, einmal in erschütternder Sould-Diven-Manier gesungen, einmal in Oper-Version. Ah yeah, Jill, he loves you and we love you too, yes, we do! Was danach kam, war nur noch pure Freude, kombiniert mit verzücktem Lachen und hochgerissenen Armen, eine Zugabe, man hätte nicht einmal gewagt, im Stillen davon zu träumen. You just runnin’ cross my mind, und du wirst es auch morgen und übermorgen noch tun. (ich übertreibe? Tja, wer nicht da war, war nicht dabei ;)

Neulich bei der .ch-Box

September 19, 2007 at 6:50 am | In beloved zoorich, news - weird | 6 Comments

Leider kennt meine Wenigkeit die offizielle Geburtsstunde der neuen Gratiszeitung nur vom Hörensagen. Leicht enttäuscht über den leeren Zeitungsständer, der sich wie durch Zauberhand vor unserer Haustüre breit gemacht hatte, bewegte sich Mariechen also frohen Mutes und im Laufschritt in Richtung Haltestelle, um da die graue Zeitungsbox zu überfallen. Sie machte die Rechnung jedoch ohne die grauen Herren in Schlips und Anzug, die sich ganz barbarisch auf die Exemplare der geheimnisumwobenen Zeitung stürzten. Ganz und gar unschweizerisch, eigentlich, hätte man doch eher erwartet, dass das scheue Züri-Tierchen aus lauter Gewohnheit und Argwohn gegenüber Neuem erst mal zur 20minuten greift. Aus schierer Angst, man könnte mir das Blättchen nach mühsamstem Ergattern aus den Händen reissen, liess ich es also ganz sein und entschied, den morgigen Tag abzuwarten. Man muss ja nicht immer zu den ersten gehören.

Jedenfalls wünsche ich allen .ch-Menschen viel Erfolg bei diesem mutigen Projekt. Auf dass ihr wenig Druckfehler macht. ;)

Geschätzte Autofahrer

September 13, 2007 at 6:54 am | In beloved zoorich, feelings, silly thoughts | 5 Comments

Liebe Freunde der motorisierten Fortbewegung,

Diese gelben Streifen, die an vielen Orten so kunstvoll über die Strasse gemalt wurden, dienen alleine dem Zweck der Orientierung, sie sind weder dafür gedacht, darauf die Fahrt zu beschleunigen, noch exakt darauf anzuhalten. Also nochmals zum Mitschreiben: Befindet sich eine (aufmerksame) Person unmittelbar vor dem sogenannten Zebrastreifen oder bewegt sich in abschätzbarem Tempo darauf zu, ist es nicht gedacht, dass der Autofahrer just in diesem Moment beschleunigt, um dann zehn Zentimeter vor den Beinen des Opfers einen Stop zu reissen. Auch ist es nicht konform, dabei noch ein irritiertes Gesicht zu ziehen. Dies kann man dann ruhig der Person überlassen, die wegen euch gerade eine Nahtoderfahrung machte.

Falls ihr euch morgens im Auto so fühlt, als würdet ihr euch durch das erste Level eines Computerspiels kämpfen und alle Hindernisse zwecks Punktesteigerung umfahren möchtet, dann meine Freunde, gehört ihr definitiv zu der Gruppe Menschen, deren Zurechnungsfähigkeit sich erst mit fortschreitender Tageszeit auf ein anständiges Niveau begibt. Das ist natürlich in Ordnung, zu denen gehören viele. Aber dann sollte man das Fahrzeug lieber auch noch ein wenig ausschlafen lassen.

Fazit: Es gibt einen Grund, weshalb ich ÖVs mag.

Die Welt dreht sich..

September 11, 2007 at 8:20 am | In beloved zoorich, ego corner, silly thoughts | Leave a Comment

..Und so viel geschah, worüber man stundenlang schreiben könnte, es gab rauschende Feste, hübsche Ausgangs-Anekdoten, empörende Zeitungsartikel und die allseits beliebten, immer nervenden Zeitgenossen, über die man sich so gerne beklagt. Blocher schlägt über die Stränge, Mörgeli zeigt seine Schokoladenseite, die Schafe werden weiterhin aus dem Land gekickt – die Welt dreht sich, eine Mühle der menschlichen Abgründe und der farbigen Ereignisse. Die Zeit immer da und sie vergeht, leider bleibt sie nicht genug lang bei mir, damit eine schöne Aneinanderreihung von Worten entstehen könnte.

Fazit: Ich komme wieder. Irgendwann. Mit Pauken und Trompeten. ;)

Fotografiere dich selbst!

August 28, 2007 at 8:36 am | In beloved zoorich, feelings, german only, news - weird, the usual blah | Leave a Comment

Ah, welch nostalgisches Gefühl empfindet man beim Lesen des Artikels über den Künstler Willi Kraft, der für die Nachwelt einen dieser alten Schwarzweiss-Fotoautomaten gerettet und aufgemöbelt hat. Wer liebte sie nicht, diese Flirt- und Cliquentreffpunkte? Das Austauschen der kleinen Fotos auf dem Pausenplatz und das Ergattern von Götzenbildern des neusten Schwarms? Es ist noch gar nicht so lange her, da durften gewisse Leute in Berlin das Gefühl des Zusammenquetschens vor einer solchen Linse wieder aufleben lassen. Erste Erkenntnis: Es war früher weitaus einfacher, sich zu dritt auf ein solches Foto zu platzieren, ohne dass von einer Person nur noch die Nasenhaare oder die gebleckten Zähne zu sehen waren. Zweite Erkenntnis: Man sieht auf diesen Bildchen für einen Franken, wenn man es dann drauf geschafft hat, einfach nach wie vor am besten aus. Samtene Haut, glänzende Augen und Haare, absolut weisse Zähne und ein Strahlen, das jeden Filmstar dagegen blass aussehen lässt. Dieser Tage, in denen der Verbrecherstatus des Motivs proportional zu Fotoqualität und Preis zuzunehmen scheint, könnte man doch so vereinzelte Kästen an etwas versteckteren Orten stehen lassen, damit man sich, geschockt von der nackten, augenberingten und gefleckten Wahrheit seines Aussehens, zwischendurch einen Egobooster verpassen könnte.

Feiern unter Sternen und Beton

August 27, 2007 at 12:57 pm | In beloved zoorich, nightlife gossip, silly thoughts | Leave a Comment

Wer gedacht hat, dass man bloss schlafende Landstreicher unter Autobahnbrücken findet, der hat sich vertan. Wer so richtig cool sein will (oder in Zürich-Sprache: Lääss) , der macht sich auf den Weg zu einer der zahlreichen illegalisierten Partys im Freien. Die Vorteile liegen auf der Hand, man gönnt den Lungen mehr oder weniger frische Luft (mal abgesehen von der Packung Kippen), bezahlt in den meisten Fällen keine Eintrittsgebühr, sieht den Sternenhimmel und merkt viel schneller als in einem der bösen Kellern, dass es aufgrund der immer extremer werdenden Helligkeit langsam Zeit wird, den Weg gen Hause einzuschlagen. Wie in jeder Lebenssituaion gibt es natürlich auch hier gewisse Kehrseiten. Man muss, das ist nun nicht übertrieben, erst einige Prüfungen bestehen, um an einen solchen Ort des Feierns zu gelangen. Man könnte diese kleinen Schikanen durchaus als Initiationsriten für die Erfüllung von erweiterten Partyansprüchen bezeichnen. Dass man überhaupt zu solch Informationen über ein Fest im Freien bekommt, rührt daher, dass man sich in irgendeiner Form a.) bei der richtigen Person angebiedert hat, oder b.) zufällig von einer der Eingeweihten gemocht wird, oder c.) eine Frau ist, und das mit überzeugend weiblichen Attributen. Das erinnert doch wieder unschön an diese Invite-Only-Feten und bedarf der Überwindung des eigenen Egos. Es sei denn, man erlangt diese Infos so oder so auf dem Internet, was in diesem Falle eher die Flyerverteilende Person etwas alt aussehen lässt. Diese Tatsache hinter sich gebracht, muss man den Standort bestimmen, den eigenen (will ich mich betrinken, oder nicht?) und auch den der Party. Gut möglich, dass es keinen Plan dazu gibt, und wenn, dann stimmt der mitnichten. Jedenfalls spürt man mit jedem hinter sich gebrachten Kilometer die Wichtigkeit des Versteckten und das Geheimnisumwobene einer illegalen Party immer mehr, abenteuerlich habens die Eingeweihten. Sollte man sich kurz vor dem Ziel befinden, aufgepasst: Es kann durchaus geschehen, dass die Zielgerade zum wohlverdienten Bier und zur muntermachenden Musik von einer Dorf-Chilbi versperrt wird. Da fragt man sich dann schon, wo die Organisatoren wohl noch überall die Finger drin haben. Ein OL für Erwachsene, der immerhin mit schöner Light-Show, leckeren Drinks und mehr oder auch weniger sympathischen Zeitgenossen belohnt wird. Eines wird sich jedoch nie ändern: Nur in der Gruppe fühlen sich Herr und Frau Zürcher wohl, sollte man solche Exemplare ohne Vorwarnung ansprechen, können Symptome beim Gegenüber auftreten, die entfernt an ein schüchternes Rehlein erinnern.

Fazit: Draussen feiern ist besser als drinnen..naja..

Fazit 2: Was der Zürcher nicht kennt, spricht er nicht an

Edit: Für alle Nicht-Schweizer: Chilbi = Kirmes = Jahrmarkt ;)

Schräge Vögel

August 21, 2007 at 1:15 pm | In artsy stuff & pics, beloved zoorich, fashion victim | 4 Comments

Wer als als eingefleischter Zürcher Szeni bisher dachte, er habe den Brocki- und Vintage-Stil für sich gepachtet, der kann auf dieser Page aus dem hohen Norden nach noch mehr Inspiration suchen. Leider zeigt sich die schweizerische Verhaltenheit eben auch oft in unserer Art, uns modisch auszudrücken. Es kommt meist so beinaaaahe hin, doch leider lässt man sich dann doch gerne von den zahlreichen argwöhnischen Blicken in den Strafraum des Stils verbannen, wo Unauffälligkeit (oder Kauf von der Stange) noch immer eine Tugend ist. Zugegeben, einige Motive laden nicht gerade zum Nachahmen ein, geben aber Hinweise darauf, dass sehr viele Züritierchen in Sachen Stil und Kleidung gerne gen Norden blicken. Obwohl sicherlich auch da mehr unauffällige Menschen herumspazieren und dies nur kleine Ausschnittchen aus einem Stadtleben sind, lässt sich etwas weniger Uniformierung herausfühlen. Für mich, die sich noch nie in “kühlere” Gefilde gewagt hat, natürlich eine äusserst mutige und subjektive Aussage. Jedoch steigerte dieser Anblick durchaus wieder die Lust, eine Reise durch die Zürcher Brockis und Second-Hands zu wagen. Von denen gäbe es ja eigentlich genug.

hel-looks.jpg

(Bild von www.hel-looks.com)

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