Unsägliche Titel
September 20, 2007 at 6:48 am | In feelings, german only, news - weird, silly thoughts, the usual blah | 1 CommentLiebe Tageszeitungen, es liegt auf der Hand, dass man heutzutage wohl etwas reisserischer sein muss, um im harten Tagesgeschäft die müden Blicke der morgendlichen Leser vorwiegend auf die eigenen Zeilen zu ziehen. Allerdings existieren auch da Grenzen. “Viel Arbeit für die Dignitas” überschreitet diese, auch wenn die Aussage wahrscheinlich seine Richtigkeit hat. Nicht ganz sicher, ob dies an der eigenen Dünnhäutigkeit oder an der eher empfindsamen Tageszeit lag, schreckte ich empört zurück und es beschlich mich das Gefühl, dass man den Bericht auch etwas sensibler hätte formulieren können. Schliesslich geht es um den kalkulierten Freitod, was meiner Meinung nach einer gewisse Intimität verlangt.
Fazit: Man liest nicht weiter, weil man vor lauter Nasenrümpfen nix mehr sieht.
In diesem Sinne einen schönen Tag, mit viel Arbeit.
25 Jahre Smilie!
September 19, 2007 at 1:21 pm | In feelings, german only, news - weird, silly thoughts, the usual blah | Leave a CommentAch, wie entzückend, was man auf diesem schaurig pinken Blog heute entdecken durfte. Unsere besten Freunde, die Smilies, haben ein viertel Jahrhundert auf dem Buckel. Pipifax? Nein, denn wenn man das aus dem soziologischen Aspekt betrachtet, haben die Strich-/Punkt-Kombinationen unser Leben verändert. Früher gab es noch Missverständnisse, wenn man schriftlich miteinander verkehrte, stundenlang musste man darüber rätseln, ob die Aussage des anderen nun böse gemeint war, oder doch nur ironisch, ob das Gegenüber nun amüsiert ist ob den eigenen Geschichten, oder gar gelangweilt. Heutzutage ist das wirklich einfach, man fügt einfach noch das passende Gezwinker oder Gelächter ein und schon hat man das gute Gewissen, dass die Gefühle richtig ankommen.
Die Smilies polarisieren aber auch. Böse Zungen behaupten, die Geburt der kleinen Freunde hätten für immer unser Gespür für Situationen und die Sprache gelöscht. Natürlich muss man sparsam damit umgehen und dabei beachten, dass reine Smilie-Kombos nicht zwingend aussagekräftig sein müssen, und schon gar nicht für Intellekt stehen. Deshalb darf man ruhig auch Verständnis zeigen für jene, die diese Errungenschaft unsexy und daneben finden. Klar, es gibt auch genug Mitmenschen, die sie allerliebsten dann benutzen, wenn sie kritisieren oder sonst unangenehme Nachrichten überbringen müssen, um somit das Gesagte etwas zu relativieren. Das geht natürlich nicht. Schliesslich ist das keine Ersatzsprache. Es ist doch wie bei einem guten Essen: das versalzen wir grundsätzlich nicht. Wer also seiner eigenen Sprache noch einigermassen mächtig ist und fähig, seine Gefühle auszudrücken, darf schliesslich auch mal ein Lächeln anhängen. Oder nicht?
Grau ist die Modefarbe des Winters!
September 19, 2007 at 8:12 am | In fashion victim, german only, silly thoughts | Leave a CommentDa muss man dann aber aufpassen, dass man einander nicht auf die Füsse tritt, wegen des Chamäleon-Effekts.
Nein, mal ernsthaft. Ist Grau nicht schon seit Jahren die Modefarbe der kalten Saison, oder hab ich da etwas falsch verstanden? Muss man es nun darum zum Trend ernennen? Jedenfalls haben die Trend-Scouts und Designer unglaublich gute Arbeit geleistet, muss man sich doch nur in irgend eine Bar setzen und eine Farb-Statistik der getragenen Oberteile der Gäste aufstellen (Zeitverschwendung? Andere sammeln Briefmarken!).
Nun ja, zugegeben, mischt man Grau mit einer intensiven Farbe, mutet das dann sehr frisch und jung an, ein grauer Mantel ist sicher weniger langweilig als die ewig schwarzen Teile und in Form eines Frauenschuhs sieht die Farbe sogar wirklich adrett aus. Trotzdem bleibt die Frage offen, was man denn nun gegen die kommende Winterdepression unternimmt. Von der Bildfläche verschwinden aufgrund professioneller Tarnung ist doch auch keine Lösung. Es empfiehlt sich, trotz Trend, auch mal wieder was Buntes anzuziehen, das hebt die Laune und das Selbstbewusstsein.
Neulich bei der .ch-Box
September 19, 2007 at 6:50 am | In beloved zoorich, news - weird | 6 CommentsLeider kennt meine Wenigkeit die offizielle Geburtsstunde der neuen Gratiszeitung nur vom Hörensagen. Leicht enttäuscht über den leeren Zeitungsständer, der sich wie durch Zauberhand vor unserer Haustüre breit gemacht hatte, bewegte sich Mariechen also frohen Mutes und im Laufschritt in Richtung Haltestelle, um da die graue Zeitungsbox zu überfallen. Sie machte die Rechnung jedoch ohne die grauen Herren in Schlips und Anzug, die sich ganz barbarisch auf die Exemplare der geheimnisumwobenen Zeitung stürzten. Ganz und gar unschweizerisch, eigentlich, hätte man doch eher erwartet, dass das scheue Züri-Tierchen aus lauter Gewohnheit und Argwohn gegenüber Neuem erst mal zur 20minuten greift. Aus schierer Angst, man könnte mir das Blättchen nach mühsamstem Ergattern aus den Händen reissen, liess ich es also ganz sein und entschied, den morgigen Tag abzuwarten. Man muss ja nicht immer zu den ersten gehören.
Jedenfalls wünsche ich allen .ch-Menschen viel Erfolg bei diesem mutigen Projekt. Auf dass ihr wenig Druckfehler macht.
Geschätzte Autofahrer
September 13, 2007 at 6:54 am | In beloved zoorich, feelings, silly thoughts | 5 CommentsLiebe Freunde der motorisierten Fortbewegung,
Diese gelben Streifen, die an vielen Orten so kunstvoll über die Strasse gemalt wurden, dienen alleine dem Zweck der Orientierung, sie sind weder dafür gedacht, darauf die Fahrt zu beschleunigen, noch exakt darauf anzuhalten. Also nochmals zum Mitschreiben: Befindet sich eine (aufmerksame) Person unmittelbar vor dem sogenannten Zebrastreifen oder bewegt sich in abschätzbarem Tempo darauf zu, ist es nicht gedacht, dass der Autofahrer just in diesem Moment beschleunigt, um dann zehn Zentimeter vor den Beinen des Opfers einen Stop zu reissen. Auch ist es nicht konform, dabei noch ein irritiertes Gesicht zu ziehen. Dies kann man dann ruhig der Person überlassen, die wegen euch gerade eine Nahtoderfahrung machte.
Falls ihr euch morgens im Auto so fühlt, als würdet ihr euch durch das erste Level eines Computerspiels kämpfen und alle Hindernisse zwecks Punktesteigerung umfahren möchtet, dann meine Freunde, gehört ihr definitiv zu der Gruppe Menschen, deren Zurechnungsfähigkeit sich erst mit fortschreitender Tageszeit auf ein anständiges Niveau begibt. Das ist natürlich in Ordnung, zu denen gehören viele. Aber dann sollte man das Fahrzeug lieber auch noch ein wenig ausschlafen lassen.
Fazit: Es gibt einen Grund, weshalb ich ÖVs mag.
Die Welt dreht sich..
September 11, 2007 at 8:20 am | In beloved zoorich, ego corner, silly thoughts | Leave a Comment..Und so viel geschah, worüber man stundenlang schreiben könnte, es gab rauschende Feste, hübsche Ausgangs-Anekdoten, empörende Zeitungsartikel und die allseits beliebten, immer nervenden Zeitgenossen, über die man sich so gerne beklagt. Blocher schlägt über die Stränge, Mörgeli zeigt seine Schokoladenseite, die Schafe werden weiterhin aus dem Land gekickt – die Welt dreht sich, eine Mühle der menschlichen Abgründe und der farbigen Ereignisse. Die Zeit immer da und sie vergeht, leider bleibt sie nicht genug lang bei mir, damit eine schöne Aneinanderreihung von Worten entstehen könnte.
Fazit: Ich komme wieder. Irgendwann. Mit Pauken und Trompeten.
Da versteh’ einer Deutsch
September 4, 2007 at 7:25 am | In ego corner, school, the usual blah | Leave a CommentAls ich sah, dass wir im Deutschunterricht wieder beim Substantiv (Nomen, whatever) beginnen, plusterte ich mich zufrieden auf und winkte ab: Na, das kann doch jedes Kind, das ist einem so quasi angeboren! Als niemand hinschaute, riskierte ich doch mal einen Blick ins Schulbuch, stiess mich an Modus, stolperte über Genus, entdeckte Abstraktum und begegnete Kasus, wie schön, und musste einsehen, dass man doch noch nicht schon alles so in der Schule hatte. Oder man hatte währenddessen aus dem Fenster geschaut, weil die Wolken so adrett vorbeizogen. Jedenfalls sagten wir noch Fälle, sprachen vom Hauptwort (aber das war ja alles gelogen) und man konnte Nomen so oder so nur berühren, ansonsten existierten sie nicht.
Was mich sehr berührte und mir die Tränen ins Auge trieb, waren zum Beispiel Dinge wie die Unterscheidung von ‘Der Moment – Das Moment’ . Moment mal, in dem Moment schien ich wohl wirklich was verpasst zu haben. Das war jedenfalls DAS Moment, in dem ich entschied, bei meiner Lieblingssprache doh nochmals bei Adam und Eva anzufangen.
In diesem Sinne wünsche ich eine erfolgreiche Woche, ich weiss, was ich zu tun hab.
Nachtrag: Ja, ich weiss, dass es DAS Drehmoment heisst. Nichtsdestotrotz ist mir die Benutzung von ‘das Moment’ nicht geläufig.
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