Die heutige Jugend!
March 29, 2007 at 8:46 am | In feelings, german only, the usual blah | 3 CommentsOder: Wie wir erwachsen werden
Wie oft haben wir das schon hören müssen und unsere Augen verdreht? Mindestens tausendmal haben wir auf das Wohl unserer Grossmütter/Mütter/Väter geschworen, dass diese Aussage nie, niemals über unsere Lippen wandern wird, auch nicht in unzurechnungsfähigen Zuständen. Bei Einigen von uns ist diese Zeit noch gar nicht so weit entfernt, ältere Kaliber werden sich trotzdem daran erinnern, wenn sie ganz ehrlich sind, an die schönen Mode-Sünden, die wir begingen, dazu die passende Frisur(?) mit schwer gesellschaftskompatibler Farbe, an unser Herumgelungere auf dunklen Schulhöfen und den ersten öffentlichen Rausch, den man weniger cool hinter sich gebracht hatte, als zuvor ausgemalt.
Trotz all den wunderbaren aber teilweise auch ziemlich peinlichen Erinnerungen, muss auch meine Wenigkeit zugeben, dass ich, nun offiziell “Junge Erwachsene”, mich des Öfteren dabei ertappe, dass mir die Halbwüchsigen (Ach, herrliches Wort) morgens im Bus doch manchmal gehörig auf den Wecker gehen. Vor allem, wenn sie mit lauter Stimme ihre Idole von Aggro Berlin imitieren, und sich gegenseitig mit genau so passendem, aggressivem Unterton ihre Freundschaft beweisen müssen und einen auf Ghettokid machen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir im Vergleich zu richtigen Ghettos tagtäglich auf Zuckerwatte spazieren, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Noch als einiges gravierender empfinde ich allerdings das in meinem Emotionenrepertoire eher neue Bedürfnis, den Mädels das Bauchfrei-Shirt auf Hüfthöhe (-tiefe?) herunter zu ziehen, und am allerliebsten noch den Spruch “Mädchen, du holst Dir noch den Tod!!” zumBesten zu geben. Das schockiert schon ein bisschen, zumal man sich versprochen hat, immer offen und tolerant zu bleiben und das lebenslänglich und sich dunkel daran erinnert, mal genau solche Shirts und Jäckchen in die Kleidersammlung gegeben zu haben.
Nun, in unserem Falle kommt es wahrscheinlich schon drauf an, ob man seinem Unmut und Unverständnis live und direkt Luft macht, oder es sich nur denkt. Ewig tolerant zu bleiben und alles verstehen zu wollen und zu können, ist doch eher utopisch. Das wäre ja, als wenn man behaupten würde, man liebe seine makrobiotische Ernährung, oder Natur-Leinen-Wäsche sei wahnsinnig kuschelig und sexy. Nein, es gehört doch zur natürlichen Entwicklung eines jeden Menschen, dass man irgendwann von gewissen Neuheiten der Jugend überholt wird (wenn auch schon mit 25ig), weil man sie selbst nie hatte und auch wirklich nie brauchte, weil die eigenen Zeiten eben anders waren. Wir dürfen das Spazierenführen des Handys (mit quäkigem Sound) an der frischen Luft doch ebenso wenig verstehen, wie wir damals für unsere scheppernden Ghettoblaster Rüge und Unverständnis geerntet hatten. Wenn wir heute Augenkrebs beim Betrachten von herunterhängenden Kniekehlenhosen und heraushängenden Pobacken bekommen, waren das in unseren Zeiten eben die Neon-Pullis und die zerschlissenen “Mehr Loch als Stoff”-Jeans, die bei Eltern und co. für rote Köpfe gesorgt hatte.
Es hat einen grossen Nutzen, sich zu fragen, ob es wirklich nur an der heutigen Jugend liegt, oder nicht doch auch an den heutigen Erwachsenen. Man darf sich selbstredend schon ab und an mal aufregen, sie können einem ja auch auf den Keks gehen, die Teenies. Aber mal ehrlich, der Opi, der lautstark herumwettert, erzielt in etwa den gleichen Effekt im roten Bereich. Am besten ist doch, auch mal beide Augen zudrücken zu können oder einfach mal breit in sich hinein zu grinsen.
Schliesslich gibt es andere Themen im Bereich der heutigen Jugend, worüber man sich wirklich aufregen darf und auch sollte.
Fazit: Erwachsen sein ist schwer, jugendlich glaubs noch sehr viel mehr .
Zoorich leben wir schon lange!
March 28, 2007 at 9:10 am | In beloved zoorich, german only | 2 CommentsWir jüngeren Schweizer rümpfen ja eher die Nase ob gepflegtem Patriotismus, ja, brechen sogar in unflätiges Gekicher aus, sollte mal jemand Unwissendes den Fehler begehen, sich mit einem Schweizerkreuz auf der Brust auf die Strasse zu begeben. Nichts desto trotz verspürt man durchaus eine Tendenz zum Lokal-Patriotismus. Natürlich war er schon immer da, bisher jedoch meist auf kantonaler Ebene, vor allem wenn es ums Autofahren, Fussballspielen oder die beste Wurst geht, da mutiert beinahe jeder hoch Alternative in sekundenschnelle zum patriotischen Erbsenzähler.
Seit des gewagten Zürcher Slogans für die Euro 08, „Wir leben Zürich“ nämlich, darf man behaupten, dass die Einwohner unseres Städchens, ansonsten eher auf nobles Understatement bedacht, plötzlich hoch motiviert sind, die Attraktivität und die Besonderheit der Limmatstadt hinaus zu schreien, in die grosse Welt. Zoorich wird plötzlich behandelt, als wäre es noch gar nicht erfunden worden. Mit diesem Trend schiessen urplötzlich neue und wahnsinnig innovative Clubs und Lounges aus dem Boden wie die Pilze im Herbst, man stolpert im eigenen Treppenhaus unvorbereitet über Stapel von Magazinen die den Geist Zürichs unterstreichen sollen. Sehr gut im Timing lag auch die Eröffnung des Konsumtempels Sihlcity. Der gelangweilteste Stadtzürcher wird sich nun immer mehr aufgefordert fühlen, als Tourist die Jugendstilhäuser im Enge-Quartier neu zu entdecken (genau, dort, wo die Anwaltskanzleien und Banken wohnen). Man darf nun offiziell ins Brocki gehen, um sich alte Latschen zu kaufen, und bekommt sogar den schnellsten Weg dahin beschrieben, es ist nun erlaubt, nein fast Pflicht, mit ausgebreiteter Züri-Guide-Karte vor der Nase um Hausecken zu ziehen, damit wir noch stolzer werden, auf jeden Winkel des Städtchens. Alles schön und gut, aber es beschleicht einen doch manchmal das Gefühl eines inneren Zwangs. Vorher schon vernarrt in Zürich, schluckt man plötzlich leer, sich fragend, ob denn das eigene Interesse auch ausreichend ist, um sich als Zürcher zu qualifizieren. Wenn man jedoch genauer hinschaut, wirkt vieles übereilig hingepfeffert und doch nicht selbstbewusst genug, man muss grösser werden, breiter, höher, das schnell, aber doch unauffällig, ansonsten könnte man noch den Eindruck gewinnen, man hätte die Stadt vorhin nicht zeigen wollen. Es erinnert irgendwie an einen Schüler, der heftigst mit den Fingern schnippt, weil er vorher lautstark behauptet hat, er würde die Meinung sagen und dann bloss errötet, wenn alle Augen gespannt auf ihn gerichtet sind.
Trotz der schnellen und auch angenehmen Entwicklungen sollte nicht einfach vergessen werden, dass man heute schon ganz gut die Kehle mit Drinks benetzen kann,das Tanzbein schwingen, oder der Lieblingsbeschäftigung, dem „Käfelen“ nachgehen (ausser am Sonntag, da läuft gar nix), dass man sich eigentlich nicht so dermassen beeilen müsste, exibitionistisch kosmopolitisch zu werden. Schon heute, wenn man sich so im multikantonalen und -kulturellen Freundeskreis umhört, würden die meisten echte Stadtzürcher werden wollen, wenn sie sich einbürgern lassen würden. Schon heute strömen Massen von jungen Menschen in die Stadt, um ihr Geld in urbane und klassische Kultur zu investieren, zu trinken, zu lungern, zu gucken. Oder bleiben sogar für immer. Selbst kein grosser Fan von National- oder sonstigem zu grossem Stolz rate ich zur Entspannung. Wir dürfen uns zurücklehnen, ein Sprint dazu schlürfen und auch mal Trends an uns vorbeiziehen lassen, uns amüsieren ob der Bravheit einiger Kampagnen, des zurückhaltenden Bluffs. Und es vielleicht irgendwann mal mitverändern, das Weltstädtchen. Denn wir leben Zürich schon lange.
Na gut.
March 21, 2007 at 6:39 am | In artsy stuff & pics, german only, silly thoughts, the usual blah | 4 CommentsLeben pur!
March 9, 2007 at 8:59 am | In feelings, german only, silly thoughts | 2 CommentsTrauer trifft auf Freude, Abschied auf Entwicklung.
Engste Freunde, durch Tag und Nacht.
Nur Kontrast bringt Farbe.
Das Leben pur!
Lasst es uns geniessen.
(you know who you are!)
Beloved Stapi
March 7, 2007 at 8:39 am | In beloved zoorich, german only, silly thoughts | Leave a CommentAlso, ich weiss ja nicht, wie es euch geht. Vielleicht wird hier nun auch dem einen oder anderen Freund auf den Schlips gestanden.
Ich finde unser Stapi macht seine Arbeit extrem effektiv und gut. Er ist so bescheiden und achtet sich sehr auf Kommunikation und das richtige Timing. Heutzutage muss man halt schon schauen wo man bleibt, da wird man ja wahrlich dazu gezwungen, ein Einzelkämpfer zu werden, und sich selbst möglichst subtil ins Rampenlicht zu befördern.
Auch weiss er, in welchen Momenten man sich besser in Schweigen hüllt, beispielsweise dann, wenn man kritisiert wird.
Ja, dies Verhalten lernt man schon mit zehn, die einen legen es ab, andere eben nicht.
Fazit: Schade, denn Sympathie wäre durchaus vorhanden gewesen. Vor allem für die Senkung der Steuern.
Geheiligt sei..
March 5, 2007 at 1:51 pm | In german only, silly thoughts | 3 Comments..die deutsche Sprache. Vor allem die deutsche Schriftsprache. Diesmal im Angebot, und das auch noch aus einem bekannten Online- Noos News-Portal herausgepickt:
Madame Tussaud’s in London ist ein Touristen Anziehungsmagnet.
Wer findet den Fehler? Der Schnellste kriegt ein praktisches Mehrzweck-Küchenhilfe-Gerät. Oder so.
Züri – Chic ?
March 1, 2007 at 9:53 am | In beloved zoorich, german only | 2 Comments
So, das war sie also, die Podiumsdiskussion, dies gleich in perfekt alternativem Rahmen, gewisse Leute würden sie sogar eine organisierte Diskussion der Off-Bewegung nennen, aber das blosse Vernehmen dieses Wortes regt zu stundenlangen Gesprächen an. Ich wähle mit Absicht die subjektive Art, über diesen Anlass zu berichten, denn man kann nicht anders, als subjektiv gefärbt sein, wenn es um den Begriff Züri-Chic geht, was ja ein gewisser Stil in Design, Mode und Einrichtungen definieren soll. Leider ging der Fokus auf das eigentliche Thema schnell verloren, doch während es auf der Bühne zusehends in den persönlichen und soziologischen Bereich driftete, fing das eigene Hirn ganz inspiriert von allein an, Kreise durch die Zürcher Kultur, Shoppingmeilen und Lounges zu ziehen.
Wenn man es, wie einer unserer Podiumskandidaten, vom Standpunkt der ursprünglichen Bedeutung des Wortes ausgeht, nämlich von schick, respektive „etwas schickt sich“, dann muss ich persönlich anmerken, dass diese Art Chic, nämlich der, der sich schickt, inzwischen inexistent ist, zumal mein Eindruck ist, dass es heute in Zürich Chic ist, eben nicht Chic zu sein. Oder ist das eher wieder ein Trend, was wiederum nichts mit Chic zu tun hat?Wenn ich Züri-Chic höre, dann sehe ich Frauen und Männer, mit relativ viel Geld, die sich aber bemühen, Design mit Brocki zu mischen, den Altbau mit teuren Möbeln zuzustellen. Als Begriff, als Eindruck könnte er schon existieren, aber hat nicht jede Stadt seine Ausstrahlung,seinen Stil? Es gibt doch ebenso Bern-Chic, Basel-Chic und St.Gallen-Chic.
Man kann es aber auch von der Seite wie Herr Wettstein sehen. Dass Zürich, vor allem wenn man die gesichtslosen Lounges, die so gerne aus dem züreichen Nährboden schiessen, mit sehr vielen Trendhaschern und parasitären Menschen besiedelt sei, Leute die einfach überall dabei sein müssten, wenn etwas gerade neu eröffnet würde. Dass der Reiz des Neuen eben reizvoll ist, dagegen kann man ja nun wirklich nichts sagen, aber es ist schon richtig, dass man in unserem Lieblingstädchen den Dingen oft keine Zeit und keinen Raum gibt, zu wachsen, zu reifen, eventuell ein paar Narben abzubekommen, was ja schlussendlich zum Beispiel in Paris eben den „Pariser Chic“ ausmacht. Und es geht auch mir so. Ein abgeschrammeltes Sofa im Liquid ist für mich persönlich schicker, als ein neu eröffnetes Ishi. Denn es hat Charakter, für mich, ganz subjektiv und eingeengt. Heisst das nun, wie eine dritte im Bunde der Diskussion angemerkt hat, das Chicness nun doch eben eine Charakterfrage ist und so gar nicht die Frage des eigentlichen Stils?
Ist es nun positiv oder negativ, dass man heutzutage mit Jeans und Turnschuhen in der Kronenhalle einen Drink zu sich nehmen kann? Hat es noch mit Chic zu tun, wenn man sich einfach bloss schick macht, weil man sich in einer solchen Umgebung befindet? nur noch mit der Umgebung selbst bekleidet?
Wie der geneigte Leser vielleicht merkt, könnte man nun stundenlan darüber brüten, abwägen und seine Meinung kundtun. Mein Fazit hierzu bleibt eigentlich das, was Ihr schon ahnt. Ein Züri-Chic ist für mich inexistent, höchstens gibt es einen Stadt-Chic. Zürich hat eine eigene Ausstrahlung, wie sie jede Stadt besitzt, hier nun speziell beeinflusst von zahlreichen Menschen aus verschiedentsten Ländern und Kantonen, Schichten und Szenen. Es ist vielleicht eine schüchterne Stadt, die ihren wahren Chic nur sanft und langsam offenbart, hat man die Augen offen und ein wenig mehr Geduld. Eine Stadt mit vielen, vielleicht wirklich zu neuen Designs, angelehnt an die Mode und an Trends der Welt.
Zum Schluss noch mein Lieblingszitat des Abends:
„Zürich ist vielleicht stylish, aber besitzt keinen eigenen Chic“
(Und jetzt seid Ihr dran, meine verehrtesten, eure Meinung zu diesen verworrenen Gedanken zu hinterlassen)
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