Tanzen oder nicht tanzen, ist das denn die Frage?
February 27, 2007 at 9:08 am | In german only, nightlife gossip | 2 CommentsEs ist wirklich himmlisch, auszugehen, sich auf einen innovativen DJ freuen (in diesem Falle Herr Koze), und in bester Gesellschaft die Arme und Hüften schlenkern, respektive kreisen zu lassen, mit den Füssen auf den schmutzigen Boden zu stampfen und die Mundwinkel so nach hinten zu ziehen, dass man alle Zähne sieht (auch bekannt als Lächeln). Theoretisch ja ganz einfach. In der Praxis kann es jedoch passieren, dass man beim Start jeder kleinsten Bewegung an deren Ausführung gehindert wird, weil gewisse Menschen offensichtlich die Definition „Tanzfläche“ partout nicht verstehen wollen. Das ist eine Fläche, worauf man tanzt. So einfach ist das. Wenn man das aus irgendwelchen Gründen nicht tun kann oder will, darf man sich auf eine der Sitzflächen begeben, oder sich in den äusseren Bereich stellen.
Eine kleine Typologie soll ein wenig Abhilfe schaffen, um eventuell den einen oder anderen Fallen aus dem Weg gehen zu können.
Die Tanzjungfrauen
Der gerechtere Ausdruck wäre wohl eher Jungmänner, sind die Frauen doch, Hand aufs Herz, in allen sozialen- und Altersschichten eher mit dem Tanz-Gen ausgestattet. Bezeichnend für diese Gattung Männchen sind die Hosen in den Kniekehlen (was schon ziemlich behindernd ist, rein tänzerisch betrachtet) und der leicht nervöse Blick, (O-Ton: wir sind zum ersten Mal an einer Minimal-Party!). Man rottet sich unter Seinesgleichen zusammen, und frönt dem Verlegenheits-Jointchen-Drehen. Die Konsumation dieser Tütchen wirkt sich leider sehr negativ auf dem Bewegungsapparat aus. Zu einer Wand zusammengeschlossen, scheinen sie sich mit herausgestellten Ellenbogen gegenseitig zu beschützen, wahrscheinlich vor all den furchteinflössenden Ausserirdischen, die sich an diesem neuartigen Ort befinden.
Die Schwanker
Allgemein bekannt: Alkohol macht locker und lässt einen leichter auf die Tanzfläche hüpfen. Diese Mitmenschen haben diese These allerdings ein wenig falsch verstanden und mischen das Kaltgetränk munter mit Cannabis und anderen schlimmen Mittelchen, über welche man nun besser allwissend schweigt. Derart übermotivierte Enthemmungsversuche können das körperliche (und auch seelische ) Gleichgewicht erheblich beeinträchtigen und zu unvorhersehbaren Schwankanfällen führen, mit dem klitzekleinen Nachteil dass diese Kandidaten solche nicht wahrnehmen, da sie durch den Mischkonsum sämtliche Emphatiefähigkeiten im Keime erstickt haben.
Die Grenzen-Austester
Dies ist die Erweiterung der oben genannten Spezies und dank eines mir liebsten Menschen haben sie auch einen passenden Namen. Man mutmasst, dass die zu kurze Gewöhnungsphase an die vielen Rauschmittel, die eine Nacht in Zürich so bietet, vor allem ganz junge Leute (meist Männer, so leid es mir tut) dazu verführt, sich wieder in ihre Säuglingsphase hineinzuversetzen und sich an alles, was weich und warm ist, ankuscheln, und dies an verschiedenste Orten und Personen. Ein Ende kann man dem meist nur mit einer anständigen Ohrfeige setzen.
Die konzentriert meditierenden
Sie meinen es gut, denn sie lieben die Musik. Ihr Alter ist im Gegensatz zu den Schwankern eher fortgeschritten, man geht nur noch in Clubs und ähnliche Lokalitäten, um Musik zu HÖREN. Trotzem muss man daran erinnern, dass die bekannte Fläche nun mal Tanzfläche genannt wurde, weil sie auch keine Hörfläche ist, es sei denn, man kombiniert es mit tänzerischen Bewegungen. Dass die Meditierenden auch noch die besten Plätze vor dem Dj und bei den guten Boxen für sich beanspruchen und mit halbgeschlossenen Augen den unendlichen Klängen lauschen, ist zwar logisch, aber trotzdem mühsam.
Die Bewegungsegoisten
Diese (meist weiblichen) Zeitgenossen tun das, was andere vermissen lassen. Sie tanzen. Das tun sie kunstvoll, ausgeklügelt, mit konzentriert-lässigem Gesichtsausdruck (man könnte ja jemandem positiv ins Auge springen, metaphorisch gesprochen), aber mit enormem Umschwung, sie sind sozusagen die Villen unter den Tanzhäusern, mit illegalem Gartenanbau (nein, versucht nicht, diesen eigenartigen Gedanken zu folgen). Lange Rede, kurzer Sinn: Sie tun alles für ihren Platz, zerquetschen Zehen, bohren spitzige Knochen in Rippen von Anderen, kitzeln armen Männern mit ihren fulminant gestylten Pferdeschwänzen die Nase (oder notfalls auch das ganze Gesicht) und sind kaum zu übersehen. Das wäre ja, sind wir doch tolerant, alles noch ganz okay, würden sie das Wort „Entschuldigung“ nicht bloss vom Hörensagen kennen.
Man kann diesen Erscheinungen entgegenwirken, indem sich jeder wieder einmal Zeit nimmt, sich auf das Wesentliche des Ausgehens zu besinnen, darauf, was eigentlich gesucht wird, wenn man sich in die dunklen Keller begibt. Es gibt nebst des Auslöschens der eigenen Lichtern und des Abschleppens von potenziellen Vergnügungspartnern auch noch einen anderen Weg der seelischen Befreiung: Das gute, alte Tanzen, so alt wie die Menschheit. Also Hände rauf und Lächeln drauf, auf das Gesichtchen.
AMEN.
Mariechen lebt!
February 23, 2007 at 10:30 am | In german only, nightlife gossip | Leave a CommentSchon haben sich einige entspannt in ihren Sitzgelegenheiten zurückgelehnt und erleichtert ausgeatmet, von den vielen Partygängern Zoorichs, denn die Welt war plötzlich ruhig. Keine krächzende Stimmlage, keine herzhaft freundschaftlichen Schläge auf willkürlich ausgewählte Schultern, ganz zu schweigen von gemeingefährlichen Sprüngen von Treppen oder wahlweise auch Bühnen.
Wie das Leben halt so spielt, kommt es meist anders als man denkt, und als sich vor der Helvti an der ersten Feier von Marvin.fm ganz arglos auch die ersten Züritierchen versammelten, um sich den Auswüchsen der Invite-Only-Parties zu stellen, da konnte man schon leise vernehmen, dass sie sich anschleicht, die Dame der Nacht, die keine Kosten, und vor allem keine Hindernisse in Form von Feuerwasser scheut. Vielleicht lag das vor allem auch daran, dass sie schon leise kicherte, als sie sich die schon fast hysterisch anmutenden Stossgebete der Gäste gen Tührsteher anhören durfte, und sich wunderte ob der Entwicklung der Kreativität derjenigen Menschen, die vor den obligaten und roten Kordeln um ihr Leben, oder in diesem Falle um Einlass in heilige Hallen kämpfen müssen, um nicht ihre Ehre zu verlieren. Da werden neue Talente geboren! Leise glucksen musste sie auch, weil die Einlassprozedur doch (wieder einmal) viel einfacher abgefackelt hätte werden können, ist doch die Helvti schnell rappelvoll und sich dann zwangsläufig niemand mehr wirklich freiwillig reingequetscht hätte.
Hätte der Veranstalter gewusst, welch Kreatur sich dann in oben genannten Hallen herumtreiben würde, er hätte mit Sicherheit das Prickelwasser im Eiltempo weggeschlossen, das es da gratis (zwecks Stockentfernung) und wirklich überall gab, und das auch noch in Trinkgläsern von absolut unverantwortlicher Grösse. Und da war sie wieder,die kleine Marie, in alter „Frische“ und ganz und gar nicht leiser, laut Sprüche klopfend, und sämtliche Gedanken live und unzensiert aussprechend. Im Kreuzchenschritt (Ihr wisst, verdrehte Links-/Rechtsverteilung) und breitestem Grinsen hielt sie den Reichen und Schönen der Limmatstadt die Kamera so dicht an die Nase, dass diese wohl heute mit hübschen Erscheinungen vor den Augen aufwachten. Gottseidank konnte sie ihre Leidenschaft mit ihrer Begleitung teilen, ansonsten hätte sie ja keine Zeit gehabt, der breiten (oder eben auch nicht) Öffentlichkeit ihr Talent zum langgezogenen Aussprechen gewisser Konsonanten zum Besten zu geben und den Weg zum stillen Örtchen zu versperren, um den Mädels mit hämischem Grinsen zu beweisen, dass man mit meterhohen Stögis nun mal irgendwann stolpern muss, da dies ein mehrfach bewiesenes Naturgesetz ist.
Aber keine Angst, liebe Veranstalter, deren Sommerradiosendung wirklich verehrt wird, das meint sie nicht böse. Unser Mariechen liebt eure Musik und Ideen. Bloss kann sie es nicht lassen, jedes Klischee auszuleben, und von denen gibt es in unserer Lieblingsstadt doch so viele.
Fazit: Sich angeschickert in Klischees zu suhlen kann zu unerwarteten Kopfschmerzanfällen am Folgetag führen.
Und da ich zwar viele Fotos, aber nicht ganz so viele Erlaubnisse zur Veröffentlichung erhielt, hier zu Beginn mal was Unverfängliches (wie es nach der Photoshopsession aussieht, steht woanders geschrieben):
Dinge, die die Welt unbedingt braucht
February 15, 2007 at 10:59 am | In the usual blah | 1 CommentLiebes Christkindl,
Ich weiss, gerade gingst du wieder in deine wohlverdienten Ferien. Trotzdem möchte ich meinen nächsten Weihnachtswunsch platzieren.
Bitte vergiss mich nicht.
Und schau doch auch gleich, dass es auf unserem Netz auch richtig funktioniert, ja?

Dear Santa,
I know you’ve probably just taken off to your usual holiday destination. Nevertheless I already need to place my wish for next christmas. Could you please keep that in mind ? And take care of the network-compatibility, will you?
Dinge, die die Welt nicht braucht.
February 15, 2007 at 7:50 am | In the usual blah | Leave a CommentIch verstehe diese Snap-Previews nicht. Geheiligt sei Web2.0, aber diese Nervenaufreiber bezeichne ich nun ganz frech als erste Auswüchse der neuen Internetz-Zeit.
Raus damit, raus damit!
Irgendwann dann..
February 14, 2007 at 1:34 pm | In the usual blah | 1 CommentWenn sich der Regen und die grauen Wolken verzogen haben, am Himmel sowie im Kopf, wird auch meine Wenigkeit die Menschheit mit total sinnvollen Ergüssen nerven.
Dass sich der graue Nebel (draussen) nun auch noch mit rötlichem Nebel des mittäglichen Rotweins (drinnen, im Kopf) vermischt, was die ganze Sache mit der schriftlichen Präsentation nicht eben erleichtert, lasse ich nun elegant unter den Tisch fallen. Denn schliesslich leben wir hier in der Schweiz, wo Zeit Geld ist, ergo das leibliche Wohl zuletzt kommt. Wo kämen wir da auch hin, wenn jeder seinen Tagesablauf so gestalten würde, nicht wahr?
(Ich behaupte ja,rein statistisch gesehen würde sich das Risiko für Herzerkrankung verringern, Depressionen verpuffen, und die Lachmuskeln bekämen endlich mal ihr verdientes Training. Aber was weiss ich schon)
So fertig jetzt. Und wech.
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